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The New World


In den USA ist die Geschichte von der Liebe zwischen der indianischen Eingeborenen und dem englischen Weltenentdecker Captain John Smith so bekannt wie das Märchen vom Aschenputtel.

In Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern wurde man erst Mitte der 90er Jahre darauf aufmerksam, als Walt Disney Pictures daraus einen opulenten Zeichentrickfilm machten und in Folge auch Billig-Realproduktionen wie der ebenfalls Pocahontas betitelte Film von Danièle J. Suissa aufgeführt wurden.

Nun hat sich Kinomagier und Larger-than-Life-Filmer Terrence Malick der historisch verbürgten Liebesgeschichte angenommen. Colin Farrell ist der gutherzige Seemann, der im Dschungel des neu entdeckten Virginia auf einen Eingeborenenstamm trifft und sich im Laufe der Zeit mit der schönen Königstochter anfreundet, die hier jedoch niemals bei ihrem Namen Pocahontas genannt wird. Geltungsdrang und Nahrungsknappheit reiben die Kolonialisten auf und führen zu Auseinandersetzungen mit den Indianern, unter denen schließlich auch die Liebe der Protagonisten zu leiden hat.

In fast vierzig Jahren hat Terrence Malick (The Thin Red Line) lediglich fünf Filme inszeniert. Zeichneten sich seine Werke ansonsten durch großartige Landschaftsaufnahmen und eine ausgeprägte Figurenentwicklung aus, enttäuscht er mit seinem neuen Werk gewaltig.

Eine schlichte Liebesgeschichte ist es geworden, die überwiegend in den schmalzigen Klängen James Horners ertrinkt und mit einigermaßen beliebigen Bildern langweilt. Die Annäherung zwischen den Kulturen kann noch fesseln, aber selbst die Szenen mit Pocahontas in England sind an Belanglosigkeit dann kaum mehr zu überbieten. Eine Enttäuschung. FB

USA 2005. Regie und Buch: Terrence Malick. Mit: Colin Farrell, Q’Orianka Kilcher, Christian Bale, Christopher Plummer, David Thewlis, Janine Duvitski, August Schellenberg. Warner. 135 Min. Ab 2. März 2006 im Kino.