Bei ein paar Margaritas in einer Hotelbar lernen sie sich kennen: Danny Wright und Julian Noble. Zurückhaltend-höflich der eine, exzentrisch und laut der andere.
Zwei Männer – und ihre Midlifecrisis. Genug Basis für Gesprächsstoff. Und eine große Freundschaft. Nicht mal die Tatsache, dass Julian sich als weltenbummelnder Auftragskiller entpuppt, kann daran wirklich etwas ändern.
Pierce Brosnan – immer noch mit der Lizenz zum Töten. Nur, dass der smarte Ex-James Bond sich nun in einen Typen mit prolligem Schnauzbart und Goldkettchen wandelte. Julian Noble – sein denkbar unpassender Name. Symptomatisch, denn an Mord und Margaritas fesselt gerade das, was alles nicht zu passen scheint. Der Film schlägt Haken. Verblüffend: Der Thriller ist ein elegantes Konversationsstück. Die Killer-Komödie ein Drama über Vereinsamung. Die Männerfreundschaft ist ein ganz klein wenig mehr als das. Und die alberne Übermütigkeit zwischen Danny und seiner Frau entpuppt sich als der herzzerreißende Versuch, der Trauer um ihr verstorbenes Kind Herr zu werden.
Zusammengehalten wird das alles durch Pierce Brosnan. Sein Julian tänzelt mit der Grandezza grau melierter Schläfen und dem schmierigen Charme eines auf den Hund gekommenen Fahrschullehrers durch die Handlung. Das ist schlicht famos. Sehr selbstironisch und differenziert. Brosnan auf dem Weg ins Charakterfach?
Richard Shepard zumindest schien davon so gebannt, dass ihm die Zeichnung der Restfiguren etwas oberflächlich geriet. Zu defensiv exponiert, zu glatt in der Charakterisierung. Facetten bleiben lediglich Staffage. Nuancen werden nur behauptet, nicht ausgespielt. Mord und Margaritas hätte das Zeug zur Tragikomödie gehabt. So wurde es ein lustiges Brosnan-Solo. Das ist recht unterhaltsam. Aber auch etwas schade. SG USA 2005 (The Matador) Regie und Buch: Richard Shepard. Mit: Pierce Brosnan, Greg Kinnear, Hope Davis, Philip Baker Hall, Dylan Baker, Adam Scott. 96 Min. Ab 20. April 2006 im Kino. |