Weihnachten bei Jan und Sara: Nicht nur die Schwiegermutter ist zu Besuch, sondern auch die drei Ex-Männer Saras, von denen sie jeweils eine Tochter hat.
Mit Jan gab es bislang noch keinen Nachwuchs, doch Sara will ihre neuerliche Schwangerschaft als Weihnachtsüberraschung präsentieren…
Familienfeiern sind ja ohnehin immer so eine Sache für sich. Außenstehende werden es meist schwer haben, die im Laufe der Jahre aufgebauten und ständig aufs Neue genährten Animositäten und Liebeleien zu durchschauen, die sich schließlich insbesondere an Heiligabend vermehrt Bahn brechen. Filme über Familienfeiern sind deswegen per se eine schwierige Angelegenheit, weil alle Beteiligten erst einmal Fremde sind und man sich in der Figurenkonstellation nach und nach zu Recht finden muss.
Meine schöne Bescherung stellt im Genre der Familienfeierfilme eine besonders harte Nuss dar, denn wo gibt es schon „polynukleare Familienstrukturen“ wie hier, bei denen sich alle um die reizende Sara scharen, vier Männer allein schon mit ihr verheiratet waren, drei von ihnen ein Kind mit ihr haben und nun allesamt mit neuen Lebenspartnern und weiteren Kindern und Nachbarn auf der Matte stehen? Da muss der Zuschauer zunächst mal allerhand auseinander klambüsern, um mitzubekommen, was hier eigentlich Sache ist.
Nach der Hälfte der Spielzeit dürfte man den Durchblick haben und dann ist auch das Hauptproblem etabliert: Sara ist wieder schwanger, aber ihr Derzeitiger, Jan, kann gar nicht der Vater sein, weil er sich ohne Saras Wissen sterilisieren ließ. Mit wem der anwesenden Exe hat Sara Jan also betrogen?
Vanessa Jopp hat sich nach ihrem grandiosen Ensembledrama Komm näher nun einer Ensemblekomödie zugewandt und ist damit ein schönes Stück mainstreamiger geworden. Der auf einer schwedischen Filmvorlage basierende Ulk kommt stellenweise ziemlich direkt auf den Punkt, hat einige ganz amüsante Schmunzelgags zu bieten, wirkt aber andererseits auch manchmal sehr angestrengt witzig.
Als Komödienregisseurin kann Jopp nicht so nachhaltig überzeugen wie im Bereich des Dramas. Nichtsdestotrotz hat sie auch hier wieder ein stattliches Schauspielerensemble vor der Kamera versammelt, einige genreerprobte Veteranen und ein paar überraschend lockere Neuentdeckungen, die das Gesamtergebnis dann doch zu einem netten Vorweihnachtsspiel machen. TS D 2007. Regie: Vanessa Jopp. Buch: Richard Reitinger. Mit: Martina Gedeck, Heino Ferch, Jasmin Tabatabai, Meret Becker. X Verleih. 92 Min. Ab 22. November 2007 im Kino.
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