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Mein Bruder ist ein Einzelkind

Shootingstar Elio Germano in einem preisgekrönten italienischen Geschichtsdrama – und doch eine nur halbgare Angelegenheit.


Schon als kleiner Junge bekommt er den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Ekel“, der dem jüngsten Sohn einer italienischen Arbeiterfamilie aber durchaus gerecht wird. Wann er nur kann, bricht er einen Streit vom Zaun. Weil sein älterer Bruder Manrico (Riccardo Scamarcio) bald zu einem leidenschaftlichen Kommunisten wird, schlägt „Ekel“ (Elio Germano) aus purem Trotz den gegensätzlichsten Weg ein – und wird Mitglied in einer neo-faschistischen Partei.

In den 60er Jahren ist das durchaus eine Alternative, wenngleich auch eine, die den Quell der Auseinandersetzungen nie abreisen lässt. Umso problematischer wird es schließlich, als „Ekel“ auch noch ein Auge auf Francesca (Diane Fleri) wirft, die eigentlich die Freundin seines Bruders ist.

In Italien hat Daniele Luchettis Adaption des erfolgreichen Romans „Il Fasciocomunista“ von Antonio Pennacchi nicht nur einige der wichtigsten Filmpreise abgesahnt (fünf David di Donatellos, die italienischen Oscars), sondern auch einen beachtlichen Zuschauererfolg verbuchen können. Die Rekonstruktion der 60er und frühen 70er Jahre gelingt dem Autorenfilmer auch mit viel Detailliebe. Die Motivation des Opportunisten „Ekel“, der im Laufe des Films noch so manche Wandlung durchläuft, ist ihm indes weit weniger überzeugend geglückt. Dafür entschädigt aber zumindest teilweise die grandiose Darstellerleistung des italienischen Shooting Stars (auf der Berlinale 2008 als solcher ausgezeichnet) Germano, der trotz alledem als „Ekel“ durchweg plausibel bleibt und über dieses Manko hinwegsehen lässt. Frank Brenner

I/F 2007 (Mio fratello è figlio unico) Regie und Buch: Daniele Luchetti. Buch: Sandro Petraglia, Stefano Rulli. Mit: Elio Germano, Riccardo Scamarcio, Diane Fleri, Alba Rohrwacher, Angela Finocchiaro, Massimo Popolizio, Luca Zingaretti. KOOL. 100 Min. Ab 15. Mai 2008 im Kino.

 

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