Angelo (Luke Kirby) ist Italiener und schwul. Als wenn das nicht schon genügend Probleme mit sich bringen würde, hat er sich nun doch endlich dazu entschieden, sich bei seiner typisch italienischen Familie, die vor dreißig Jahren aus ihrer Heimat nach Kanada ausgewandert ist, zu outen.
Seinem Lover Nino (Peter Miller), ebenfalls Italiener, respektierter Cop und ausgesprochener Frauenschwarm, ist das gar nicht recht. Schließlich lebt es sich doch auch im Schrank ganz gut. Die Konflikte sind natürlich vorprogrammiert.
Émile Gaudreault hat zusammen mit dem Dramatiker Steve Galluccio dessen erfolgreiches Bühnenstück für die Leinwand bearbeitet und damit den schrillsten, witzigsten, temporeichsten und spaßigsten schwulen Film seit 'Weil ich ein Mädchen bin' abgeliefert. Die äußerst pointierten Dialoge strotzen vor gelungenen One-Linern, die auch hervorragend in die deutsche Synchronfassung herübergerettet wurden. Die Figuren sind allesamt stark überzeichnet, aber wir bekommen es nicht mit nervigen Tuckenwitzen zu tun, denn die homosexuellen Protagonisten sind weder affektiert noch tuntig.
Wir lachen vielmehr über die Absonderlichkeiten des italienischen Alltags (Paul Sorvino brilliert in der Rolle von Angelos bärbeißigem Pappa) und das Chaos, in das sich der Film mit seinen aberwitzigen Situationen hineinsteigert. Trotz der Überdrehtheit steckt auch viel Wahrheit im Gezeigten und man kann sich über einen Film freuen, der gleichermaßen unterhält und überzeugt. Frank Brenner CDN 2003. Regie und Buch: Émile Gaudreault. Buch: Steve Galluccio. Mit: Luke Kirby, Ginette Reno, Paul Sorvino, Mary Walsh, Peter Miller, Claudia Ferri, Sophie Lorain. Croco. 88 Min. Ab 29. Mai 2008 wieder im Kino.
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