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Loving Annabelle




Katherine Brooks versteht ihr Spielfilmdebüt Loving Annabelle als Hommage an Filme wie Mädchen in Uniform.

Und in der Tat ist der erste Kinoausflug der Fernsehregisseurin (sie inszenierte u.a. einige Folgen der Reality-Show „The Osbournes“) wie schon der frühe deutsche Tonfilmklassiker von Leontine Sagan in einem Mädcheninternat angesiedelt und erzählt von der eigentlich unmöglichen Liebe zwischen einer Schülerin und ihrer Lehrerin.

Annabelle ist eine rebellische Senatorentochter, die schon bereits aus mehreren Schulen verwiesen wurde und nun in einer katholischen Mädchenerziehungsanstalt unterkommt. Zu ihrer hübschen Lehrerin Simone Bradley entwickelt die Außenseiterin schon schnell intellektuelle Bande, die sich im Laufe der Zeit in Zuneigung und schließlich Liebe vertiefen. Simone hinterfragt die Beziehung zu ihrem Freund, doch ein offenes Ausleben der lesbischen Liebe scheint in der streng konservativen Umgebung ein Ding der Unmöglichkeit.

Trotz der unterkühlten Atmosphäre, die wahre Gefühle im Keim zu ersticken droht, hat Katherine Brooks ihren Film in warmen Farben gedreht und entwirft so auf wirkungsvolle Weise einen optischen Kontrast zur inhaltlichen Ausweglosigkeit. Ansonsten beschränkt sie sich beim Inszenieren des lesbischen Liebesdramas allerdings auf die Konventionen des Genres, bleibt dramaturgisch im Fahrwasser ihrer Vorbilder und kann deswegen nur spärlich neue Akzente setzen.

Dadurch, dass die Geschichte in einem religiös geleiteten Mädcheninternat angesiedelt ist, bleibt das Gezeigte auch weitgehend ohne zeitliche Bezüge – ob der Film nun in den 10er Jahren des 20. Jahrhunderts oder im Jahr 2006 spielt, wird nahezu unwichtig. Das ist insofern schade, weil die Hommage dadurch in die Nähe eines allzu überflüssigen Remakes rückt, das wenig Eigenständiges zu bieten hat. FB

USA 2006. Regie und Buch: Katherine Brooks. Mit: Erin Kelly, Diane Gaidry, Laura Breckenridge, Michelle Horn, Gustine Fudickar, Kevin McCarthy, Ilene Graff. (O.m.U.) Pro-Fun. 79 Min. Ab 24. Mai 2007 im Kino.

 

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