In diesem Monat bringt der Salzgeber-Verleih zwei Porträtfilme schwuler Künstler in Wiederaufführung in die Kinos – beides gekoppelt an parallel stattfindende Ausstellungen.
Die erste große Caravaggio-Retrospektive in Deutschland im Düsseldorfer Museum Kunst-Palast geht einher mit der Wiederaufführung des Derek-Jarman-Klassikers, zur Francis-Bacon-Ausstellung, die zeitgleich von September bis Januar 2007 ebenfalls im Rahmen der Düsseldorfer Quadriennale im K20 stattfindet, startet erneut John Mayburys kongeniales Biopic Love is the Devil.
Darin erzählt der Filmemacher von der Beziehung zwischen dem schwulen Maler Francis Bacon und einem seiner wichtigsten Modelle, George Dyer (dargestellt vom künftigen James Bond Daniel Craig). Dieser hatte in den 60er Jahren versucht, in Bacons Atelier einzubrechen, wurde von Bacon aber überrascht und zu seinem Liebhaber und seiner Muse gemacht, anstatt der Polizei ausgeliefert. Die Promiskuität Bacons und die intellektuelle und gesellschaftliche Kluft zwischen Maler und Modell treiben den jungen Ganoven in die Verzweiflung.
Als absoluter Glücksgriff des Films erweist sich die Besetzung der Titelrolle mit der schwulen Theaterlegende Sir Derek Jacobi, der dem echten Bacon nicht nur zum Verwechseln ähnlich sieht, sondern dem es bis in die kleinsten Nuancen seiner Darstellung gelingt, die Eigenheiten des historischen Vorbildes nachzuahmen.
Auch John Maybury hat in seiner Inszenierung versucht, mehr zu leisten, als lediglich das Leben und Werk des porträtierten Malers abzubilden. Immer wieder gelingt es ihm, Farbgebung, Atmosphäre und Bildkomposition der Gemälde Bacons in seinen eigenen Filmbildern einzufangen und somit die Quintessenz des Werkes von Francis Bacon in den filmischen Kontext zu übertragen. Für Kunstliebhaber absolut empfehlenswert. FB
GB/F/J 1997. Regie und Buch: John Maybury. Mit: Sir Derek Jacobi, Daniel Craig, Tilda Swinton, Anne Lambton, Adrian Scarborough, Karl Johnson, Annabel Brooks. (O.m.U.) Salzgeber. 89 Min. Ab 21. September 2006 im Kino. |