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Love & Dance




Und wieder wird im Kino getanzt, und einmal mehr sind es die sozialen Probleme, die damit unter den Teppich gekehrt werden sollen.

Nach Dokumentationen wie Mad Hot Ballroom, Dancing With Myself oder Spielfilmen wie Dance! oder Step Up könnte man meinen, dass mittlerweile alles zur heilenden, befreienden Wirkung des Gesellschaftstanzes gesagt worden ist.

Aber Eitan Anner findet hier doch noch einen anderen Zugang und nimmt vor allen Dingen ein anderes Publikum ins Visier: Kinder. Chen begegnet per Zufall der gleichaltrigen Natalie, die im Gemeindezentrum ihrer kleinen israelischen Stadt Tanzschritte für einen Wettbewerb übt. Fasziniert von der Schönheit und Anmut des jungen Mädchens, beginnt sich Chen nun ebenfalls für den Standardtanz zu interessieren.

Derweil haben seine russische Mutter und sein israelischer Vater ernsthafte Beziehungsprobleme, und auch das Schicksal von Chens Tanzlehrerin, die mit ihrem Partner einstmals ein gefeiertes Tanzpaar bildete, wird immer wieder in die Handlung eingeflochten.

Für einen Kinder- und Jugendfilm ist Love & Dance ganz schön mit Problemen voll gestopft. Die heranwachsenden Tänzer hadern allesamt mit privaten Konflikten, darüber schwebt das soziologische Dilemma der russischen Minderheit in Israel, mit dem Regisseur Eitan Anner eine Facette israelischer Alltagsrealität in Filmbilder kleidet.

Anspruch und soziale Tristesse aus dem Blickwinkel und für die Augen der jüngeren Kinozuschauer – das gibt es nicht allzu häufig, nimmt aber immer öfter einen wichtigen Stellenwert bei Regisseuren ein, die sich dezidiert an das junge Publikum wenden. Da die Probleme, die Love & Dance aufgreift, auch hierzulande gut nachzuvollziehen sind, kann man Anners Film guten Gewissens empfehlen – für Diskussionsstoff mit den Kindern wird er auf jeden Fall sorgen. FB

ISR 2006 (Sipur Hatzi Russi) Regie und Buch: Eitan Anner. Mit: Vladimir Volov, Evgenia Dodina, Oksana Korostyshevskaya, Avi Kushnir, Kirill Safonov, Valeria Voevodin, Talya Raz. 3L. 93 Min. Ab 12. April 2007 im Kino.

 

> FILMSTART-Kritik: Dancing with Myself

> FILMSTART-Kritik: Step Up

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