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Looking for Cheyenne


Das Regiedebüt der 40jährigen Valérie Minetto erzählt in typisch französischer Manier von einer in die Brüche gegangenen Beziehung zwischen zwei jungen Frauen.

Cheyenne ist eine arbeitslose Journalistin, die noch nicht einmal mehr genug Geld hat, um ihre Wohnung zu beheizen. Da sie sich auch von ihrer Lebenspartnerin Sonia nicht weiterhelfen lassen will, gibt ihr Sonia den Laufpass, woraufhin sich Cheyenne dazu entschließt, auszusteigen und unter einfachsten Bedingungen ohne Strom auf dem Land zu leben. Sonia versucht währenddessen in Paris, über Cheyenne hinwegzukommen, was ihr schwerer fällt, als sie zunächst angenommen hatte. Weder ihre kurze Beziehung mit dem idealistischen Pierre noch die mit der reifen Béatrice sind ihr dabei eine Hilfe.

Französische Beziehungsfilme sind in der Regel stimmungsvolle Aneinanderreihungen von, teilweise philosophisch angehauchten, dialoglastigen Szenen, die auf exemplarische Weise den jeweiligen Status Quo bebildern und häufig ohne eine stringente Handlung auskommen. Die Figurenentwicklung steht im Mittelpunkt und macht diese Werke deswegen in erster Linie zu Schauspielerfilmen. Valérie Minetto reiht sich mit ihrem Erstlingswerk in diese archetypische französische Tradition ein, was ihr auch einigermaßen zufrieden stellend gelingt.

Eine etwas größere Stringenz in der Inszenierung hätte allerdings nicht geschadet. Der Film zerfasert ein wenig, weil er zu viele interessante Charaktere einführt, deren Schicksale aber nur oberflächlich gestreift werden. Gelungen sind indes einige surreale Elemente, wenn beispielsweise alle drei Liebhaber Sonias gleichzeitig im Raum erscheinen, dann aber nicht wie versinnbildlichte Gedanken inszeniert werden, sondern sich tatsächlich zu manifestieren scheinen und mit den Anwesenden interagieren. FB

F 2004 (Oublier Cheyenne) Regie und Buch: Valérie Minetto. Buch: Cécile Vargaftig. Mit: Mila Dekker, Aurélia Petit, Malik Zidi, Luc Leclerc Du Sablon, Christine Dory, Guilaine Londez, Pierre Hiessler. Pro-Fun. 86 Min. Ab 14. Dezember 2006 im Kino.