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Lieben und lassen




Susannah Grant war bislang als Drehbuchautorin abonniert auf starke Frauenfiguren. Julia Roberts bescherte Grants Drehbuch für Erin Brockovich einen Oscar, Sandra Bullock spielte in ihrem 28 Tage eine ihrer bislang anspruchsvollsten Rollen und erst kürzlich gaben Cameron Diaz und Toni Collette in dem von Grant ersonnenen In den Schuhen meiner Schwester ein ungleiches Geschwisterpaar.

Nun ist es die toughe „Alias“-Agentin und Kino-Elektra Jennifer Garner, die in Susannah Grants Kinoregiedebüt im Mittelpunkt des Geschehens steht.

Garner spielt die junge Gray, die kurz vor ihrer Hochzeit mit ihrer Langzeitliebe Grady mit dessen plötzlichem Unfalltod zu Recht kommen muss. Unterstützung findet sie im Kreise seiner Freunde, erstaunlicherweise auch von Seiten des Playboys Fritz, den sie bisher eher misstrauisch beäugte. Aber die Tage der Trauer werden auch zu Tagen der Erkenntnis und Grays Gefühlsleben gehörig durcheinandergewirbelt.

Der Plot liest sich wie der einer astreinen Romanze, und trotz der zahlreichen tragischen Zwischentöne erfüllt er seinem Zielpublikum die damit verbundenen Erwartungen wohl ganz gut. Wenn Susannah Grant allerdings versucht, die Story mit komischen Elementen anzureichern, geht das gehörig nach hinten los. Einen tollpatschigen Dicken, der vor dem Einschalten des Küchenmixers vergisst, den Deckel aufzustecken, hat man in den letzten Jahrzehnten schon so häufig gesehen, dass nicht einmal mehr ein müdes Lächeln drin ist. Witze von diesem kläglichen Kaliber gibt es leider zuhauf, was den Unterhaltungswert des Films gewaltig mindert.

Mit dem Auftauchen von Juliette Lewis als ehemaliger Geliebter Gradys treten diese misslungenen Slapstickeinlagen in den Hintergrund, die Story gewinnt dann wieder an Drive. Aber zum uneingeschränkten Genuss reicht es dann schon lange nicht mehr. FB

USA 2007 (Catch and Release) Regie und Buch: Susannah Grant. Mit: Jennifer Garner, Timothy Olyphant, Kevin Smith, Sam Jaeger, Fiona Shaw, Juliette Lewis, Joshua Friesen. Sony. 126 Min. Ab 26. April im Kino.

 

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