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Lichter der Vorstadt


Mit Lichter der Vorstadt vollendet Aki Kaurismäki die 1996 mit Wolken ziehen vorüber begonnene und 2002 mit Der Mann ohne Vergangenheit fortgesetzte „Trilogie der Verlierer“.

Handelte Wolken ziehen vorüber von Menschen, die im Erdgeschoss der Gesellschaft leben, so führte Der Mann ohne Vergangenheit sozusagen in deren Untergeschoss, in eine Welt von Ausgegrenzten. In Lichter der Vorstadt dreht Kaurismäki die Schraube noch eine Windung weiter: Der einsame Wachmann Koistinen (Janne Hyytiäinen), der in einem Einkaufszentrum in Helsinki arbeitet, wird von der mysteriösen Mirja (Maria Järvenhelmi) gelinkt, damit der Gangster (Ilkka Koivula), für den sie den Lockvogel spielt, einen Juwelierladen ausrauben kann. So verliert Koistinen alles.

Dass in Lichter der Vorstadt Aki Kaurismäki mit unbekannten Schauspielern arbeitet, tut der Einheitlichkeit der Trilogie keinen Abbruch, nicht zuletzt weil Maria Järvenhelmi Kati Outinen, der Muse Kaurismäkis seit 1988, verblüffend ähnlich sieht. Was etwa in der Einstellung im Auto zum Ausdruck kommt, die Der Mann ohne Vergangenheit zitiert.

Jede Kamerafahrt, insbesondere die Kaurismäki-eigene Art, die Handlung im Off ihren Fortgang nehmen zu lassen, während das Bild einen leeren Sessel oder einen leeren Tisch zeigt, sowie die kräftigen Farben und die lakonischen Dialoge unterstreichen die Geschlossenheit der Trilogie. Kaurismäki tappt indes nicht in die Falle, nur noch sich selbst zu zitieren.

Lichter der Vorstadt mag zwar nicht ganz die menschliche Wärme der Vorgängerfilme besitzen, aber er schafft die Balance, eine Trilogie abzuschließen und zugleich ein eigenständiger Film zu sein. JG

FIN/D/F 2006 (Laitakaupungin valot) Regie, Schnitt und Buch: Aki Kaurismäki. Mit: Janne Hyytiäinen, Maria Järvenhelmi, Maria Heiskanen, Ilkka Koivula, Sergej Doudko, Andrej Gennadiev, Arturas Pozdniakovas. Pandora. 80 Min. Ab 21. Dezember 2006 im Kino.