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Leergut


Beppo hat die Nase voll von seinem Job als Lehrer. Aber mit 65 Jahren will er sich trotzdem nicht zur Ruhe setzen, sondern sucht nach einer neuen Aufgabe. Diese findet er schließlich in der Leergutannahme eines Supermarktes. Derweil befürchtet seine Frau, dass sie ihrem Mann nicht mehr attraktiv genug ist.

Beppo ist schon eine echte Type. Wenn Worte im Klassenzimmer versagten, greift er in letzter Konsequenz schon mal zum dreckigen Schwamm, um diesen über dem Haupt des Störenfriedes auszuwringen. Heimlich fantasiert er von jungen Mädchen, die sich ihm leicht bekleidet in Zugabteilen zur Verfügung stellen. Um seine Manneskraft aufzufrischen, begibt er sich deswegen beim Ex-Schwiegersohn zum EKG, damit die Einnahme von Potenz steigernden Mitteln auch zweifelsfrei ohne böse Nebenwirkungen bleibt. Dass seine Frau unter seiner Distanziertheit leidet und schließlich ihrerseits mit einem stillen Verehrer zu schäkern beginnt, merkt Beppo dabei gar nicht.

Jan Sveráks neuer Film strotzt geradezu über vor solch netten kleinen Einfällen, die die Macken und Verschrobenheiten seiner Charaktere thematisieren und diese somit nur allzu menschlich werden lassen und ihnen die Sympathien der Zuschauer sichern.

Sverák hatte bereits mit seinem großen Erfolg Kolya bewiesen, dass das tschechische Gegenwartskino nichts von der Frische, Verspieltheit und Originalität eingebüßt hat, welche die Werke des ehemaligen kommunistischen Landes seit Jahrzehnten ausgezeichnet hatten. So gibt es in Leergut eine nette Anspielung auf den Vorgängerfilm, der Tschechien seinerzeit den Oscar als bester ausländischer Film bescherte.

Neben diesem kleinen Insidergag quillt der Film aber geradezu über vor pfiffigem Dialogwitz, verschrobener Charakterkomik und einigen herrlich platzierten Lachern, die aus der Situation heraus entstehen. Vladimirs Kollege bei der Leergutannahme ist beispielsweise ein Ex-Militär, der seine Frau auf dem Gewissen hat. Zudem verkuppelt der pensionsreife Vater seine unglücklich getrennte Tochter mit einem ehemaligen Lehrerkollegen oder spielt für eine gehbehinderte alte Dame den Frei-Haus-Lieferservice. Auf weite Strecken ist das zwar traditionell-altmodisch inszeniert, Sverák entfaltet aber gerade in den Traumsequenzen auch eine originelle visuelle Note, die unterstreicht, dass auch der tschechische Film im 21. Jahrhundert angekommen ist. FB

CS/GB 2007 (Vratné Lahve) Regie: Jan Sverák. Buch: Zdenek Sverák. Mit: Zdenek Sverák, Daniela Kólerová, Tatiana Vilhelmová, Robin Soudek, Jirí Machácek, Pavel Landovský, Jan Budar. KOOL. 100 Min. Ab 24. Januar 2008 im Kino.

 

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