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Das Leben, das ich immer wollte




Die filmbesessenen Italiener haben ein Talent dafür, ihre eigene Filmindustrie in den Mittelpunkt ihrer Werke zu stellen und mit Hilfe dieser Selbstreflexion interessante Innenansichten zu gewähren.

Meister dieser eigenen Kunstform war fraglos Federico Fellini, der mit Filmen wie oder Fellinis Intervista seine eigene Arbeitsweise in den Cinecittà-Studios thematisierte und mit reichlich Ironie durchsetzte. Giuseppe Piccioni versucht in seinem neuen Film erst gar nicht, in Fellinis Fußstapfen zu treten und setzt ganz andere Schwerpunkte.

Seine Film-im-Film-Geschichte ist ein Liebesdrama, ein Schauspielerfilm und eine Beziehungsstudie. Stefano und Laura proben für die Rollen in einem aufwändigen Kostümfilm namens Das Leben, das ich immer wollte, der von der aussichtslosen Beziehung eines Aristokraten mit einer Lebedame Ende des 19. Jahrhunderts handelt. Die ursprünglich für die Hauptrolle vorgesehene Starschauspielerin wird schließlich durch Laura ersetzt und muss sich mit dem Part der geprellten Ehefrau zufrieden geben.

Die Parallelen zwischen filmischer Wirklichkeit und filmischer Fiktion beginnen sich mehr und mehr zu verwischen und die gerade entflammte Liebe zwischen Stefano und Laura wird darunter leiden. Dass Giuseppe Piccioni nach Licht meiner Augen abermals Luigi Lo Cascio und Sandra Ceccarelli in den Hauptrollen besetzte, verwirrt die Rezeption beim Publikum noch zusätzlich. Man kann kaum mehr die verschiedenen Wirklichkeitsebenen auseinander halten und verquickt diese sogar noch mit der des eigentlichen Filmdrehs – also der „tatsächlichen Wirklichkeit“.

Einmal mehr beweist sich Piccioni als Schauspieler-Regisseur, der hier nachhaltig von den eingespielten Darstellerleistungen seines gut ausgewählten Ensembles zu profitieren versteht. TS

I/D 2004 (La vita che vorrei) Regie und Buch: Giuseppe Piccioni. Buch: Linda Ferri, Gualtiero Rosella. Mit: Luigi Lo Cascio, Sandra Ceccarelli, Galatea Ranzi, Fabio Camilli, Ninni Bruschetta, Camilla Filippi, Roberto Citran. Schwarz-Weiss. 125 Min. Ab 26. Oktober 2006 im Kino.