Andreas und seine drei Kumpels schlagen sich mit Diebstahl und Hehlereien durchs Leben. Nach und nach entgleitet ihnen die Kontrolle, sie werden zu unberechenbaren Junkies. Doch Andreas erschließt sich durch seinen Coach Oscar, der für den Ironman-Wettkampf in Hawaii trainiert, einen Weg aus der Sucht. Authentisches Sportdrama.
Die Hollywood-Industrie hat ein Abonnement auf solche Geschichten. Sie beruhen in der Regel auf wahren Begebenheiten und führen dem Publikum eindrucksvoll vor Augen, wie es dem Helden beispielhaft gelingt, sich aus dem persönlichen Sumpf herauszuziehen, indem er sich mit Hilfe eines eisernen Willens und der intensiven Beschäftigung mit seiner favorisierten Sportart ein neues Ziel setzt.
Wie solche Filme aufgebaut sind, weiß der erfahrene Kinogänger deswegen auch schon bis ins Detail. Da gibt es den liebenswert-rabiaten Trainer, der seinen Schützling piesackt und seinen Ergeiz anzustacheln versteht. Da gibt es Zeitrafferaufnahmen von schweißtreibenden Trainingssequenzen, unterlegt mit dem hämmernden Beat eines eingängigen Rocksongs. Und da gibt es trotz Rückschlägen am Ende einen strahlenden Sieger, der sich und seiner Umgebung bewiesen hat, dass nichts unmöglich ist, wenn man nur an sich selbst glaubt.
Das Angenehme an Adnan G. Köses Regiedebüt besteht darin, dass er um all diese Stereotypen weiß, viele von ihnen tatsächlich einsetzt und es ihm dennoch gelingt, eine Art Gegenentwurf zu der Hollywood-Variante zu zimmern. Anders als bei der Majorität der Sportlerdramen steht bei ihm nämlich nicht so sehr der Kraft-aus-Ehrgeiz-Faktor im Zentrum als vielmehr die schonungslose Schilderung eines Niedergangs, aus dem es am Ende nur noch einen Ausweg gibt. Ein junger Mann auf dem Weg nach Unten, der von seinen Freunden nicht nur auf die schiefe Bahn gezogen wird, sondern mit ihnen auch im Drogensumpf zu verenden droht.
Axel Stein, der nervtötende Ruhrpott-Prolet, ist einer von ihnen und beweist in einer ernsten Rolle erstmals seine lange verkannten schauspielerischen Qualitäten. Doch den Film dominiert Max Riemelt ('Napola – Elite für den Führer'), der als vokuhila-bestückter Junkie einen ebenso überzeugenden Eindruck hinterlässt wie als gestählter Triathlet, der die Konkurrenz mühelos hinter sich lässt. Und am Ende sehen wir den echten Andreas Niedrig, der bewiesen hat, dass Träume tatsächlich wahr werden können. Frank Brenner D 2007. Regie und Buch: Adnan G. Köse. Buch: Fritjof Hohagen. Mit: Max Riemelt, Jasmin Schwiers, Uwe Ochsenknecht, Axel Stein, Robert Gwisdek, Ismail Deniz, Udo Schenk, Leslie Malton, Ingo Naujoks. Kinowelt. 96 Min. Ab 24. April 2008 im Kino.
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