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Lars und die Frauen


Das ist einer dieser seltenen, frischen und lebhaften Filme, die keinem anderen gleichen, den man zuvor gesehen hat. In der Hauptrolle brilliert Ryan Gosling als wahnhafter junger Mann namens Lars, der sich in eine anatomisch korrekte, lebensgroße Puppe verliebt.

Der Humor, der aus dieser Situation gewonnen wird, entspricht nicht den schlüpfrigen sexuellen Anspielungen, die man erwarten würde. Er speist sich in erster Linie aus den Reaktionen von Lars’ Bruder und Schwägerin (ansprechend gespielt von Paul Schneider und Emily Mortimer), die sich darum bemühen, Lars’ Entscheidung zu akzeptieren und sich schließlich mit ihr anzufreunden.

Aber die Geschichte geht noch darüber hinaus. Nach anfänglichen Verwirrungen und Widerstand entscheidet sich schließlich das ganze kleine Dorf, in dem Lars lebt, dazu, so zu tun, als ob die Puppe, die Bianca genannt wird, tatsächlich lebendig wäre und somit auch die Kirche besuchen kann oder sich freiwillig zum Sozialdienst im Krankenhaus meldet. Besonders erinnerungswürdig ist Patricia Clarkson, die regelmäßig Independentfilme veredelt, die eine einfühlsame Ärztin spielt, die sich in die sozialen Ängste, unter denen Lars leidet, hineinversetzen kann.

Ein Nachteil des Drehbuchs von Nancy Oliver liegt darin, dass es nicht begründet, warum Lars von allen in der Stadt so gemocht wird, dass sie sich zusammenschließen, um ihm zu helfen – in den Eingangsszenen ist er ausgesprochen grob und unwirsch zu allen, die sich auf ihn einlassen wollen. Und manch einer wird in den Reaktionen der Umwelt auf Lars viel eher den Grund für dessen Krankheit als einen Weg, diese zu behandeln, erkennen. Für andere Zuschauer sind die Aktionen der Mitbevölkerung eher ein Abbild menschlicher Güte, die in unserer Welt äußerst selten geworden ist. Am Ende wird Lars’ Weg, seine Menschlichkeit zu finden, die Herzen all der Zuschauer berühren, die nicht völlig abgehärtet sind. Leigh Dyer

USA 2007 (Lars and the Real Girl) Regie: Craig Gillespie. Buch: Nancy Oliver. Mit: Ryan Gosling, Emily Mortimer, Paul Schneider, Kelli Garner, Patricia Clarkson. Central. 106 Min. Ab 28. Februar 2008 im Kino.

 

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