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Lady Vengeance


Mein ist die Rache, spricht bekanntlich der Herr. In drei Filmen (Sympathy for Mr. Vengeance, Old Boy, Lady Vengeance) hat der koreanische Regisseur Park Chan-wook dieses Gotteswerk inszeniert.

Gewaltige und gewalttätige Tragödien von geradezu alttestamentarischer Wucht. Dieser Bezug ist nicht an den Haaren herbei gezogen. Was beispielsweise das biblische „Zahn um Zahn“ auch bedeuten kann, zeigte ja Old Boy recht drastisch.

Und die Handelnden, die Rächenden, zeichnet weniger Psychologie, als vielmehr eine reine Besessenheit aus. Nichts als Rachedurst hält sie am Leben. Das Stillen dieses Durstes, ist immer Erlösung und Untergang in einem.

Lady Vengeance nun schließt Park Chan-wooks Rachetrilogie ab. Die Geschichte ist denkbar simpel: 13 Jahre saß Lee im Gefängnis, weil sie gestand, einen fünfjährigen Jungen entführt und getötet zu haben. Lee – die reuige Sünderin, ein engelhaftes Wesen, das seine Dämonen besiegt hat. Doch trügt der Schein: Zielstrebig und in aller Ruhe plant Lee die Rache an ihrem einstigen Kindergartenlehrer. Am Tag ihrer Freilassung beginnt ein gnadenloser Feldzug gegen diesen diabolischen Mr. Baek.

Die inflationär gebrauchte Bezeichnung „Meisterwerk“ kann man hier getrost verwenden. Nicht nur, dass der letzte der beste Film der Trilogie ist – er reflektiert auch noch virtuos seine beiden Vorgänger. Und führt sie zur letzten Konsequenz. Rache als Mittel der Erlösung. Tatsächlich geht Park Chan-wook diesen Schritt.

Zärtlicher, lyrischer, anmutiger ist dieser Blick ins Herz der Finsternis. Und genau deshalb verstörender. Bei aller Verzweiflung, Grausamkeit und Brutalität ist da ein Lieben und Erbarmen, das schlicht herzzerreißend ist. Park Chan-wook ist mit Lady Vengeance über sich selbst hinaus gewachsen. SG

CVR 2005 (Chin-Jeol-Han Geum-Ja-Ssi) Regie und Buch: Park Chan-wook. Buch: Chung Seo-kyung. Mit: Lee Young-ae, Choi Min-sik, Oh Dai-su, Kim Si-hu, Lee Seung-shin, Kim Bu-sun, Tony Barry. 3L. 112 Min. Ab 11. Januar 2007 im Kino.

Trailer – [als WMV] (12 MB)