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Knut und seine Freunde


Der erste Film zum Medienstar des Jahres 2007, Eisbär Knut, muss aufpassen, dass er nicht missverstanden wird.

Neben dokumentarischen Aufnahmen seiner spektakulären Aufzucht von Menschenhand durch den Berliner Pfleger Thomas Dörflein hat der Film von Michael Johnson auch Szenen aus der Arktis zu bieten, in denen eine frei lebende Eisbärenfamilie ums Überleben kämpft. Abgerundet wird das Ganze schließlich durch Aufnahmen aus Weißrussland, wo sich zwei verwaiste Braunbären in der rauen Wirklichkeit zurechtfinden müssen.

Immer wieder wechselt Johnson von einer Location zur nächsten, dramaturgisch verknüpft durch Dietmar Wunders Erzählstimme (auch bekannt als Daniel Craigs James Bond), der als „Wind“ die Geschehnisse kommentiert. Dabei gibt es so manchen Schnitt von erbitterten Revierkämpfen zum fröhlich in der Wanne planschenden Knut.

Dass es Eisbären in der Natur immer schwerer fällt, aufgrund der Klimaveränderungen ihr Überleben zu sichern, wird nur peripher angesprochen. Man könnte deswegen auch ein Stückweit den Eindruck erlangen, dass das alles ja gar nicht so schlimm ist, da jetzt der Beweis angetreten wurde, dass Eisbären auch in Gefangenschaft heranwachsen können.

Hauptadressaten für 'Knut und seine Freunde' sind aber ohnehin die kleinsten Kinozuschauer, denen es viel eher darauf ankommt, den Kerl mit den niedlichen Knopfaugen in Aktion zu erleben. Wenn über diesen Unterhaltungseffekt hinaus auch ein wenig der Problematik bis zu den Halbwüchsigen durchsickert, hat der Film seine Daseinsberechtigung jedenfalls nicht verspielt. Thomas Steffens

D 2007. Regie und Buch: Michael Johnson. Buch: Theresa Alto. Sprecher: Dietmar Wunder. Mit: Thomas Dörflein. Farbfilm. 89 Min. Ab 6. März 2008 im Kino.

 

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