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Klopka – Die Falle


Der kleine Sohn des serbischen Ehepaares Mladen und Marija leidet unter einem gefährlichen Herzfehler, der nur für viel Geld in Deutschland behandelt werden kann.

Nach einem Hilferuf in der Zeitung nimmt ein dubioser Mann mit Mladen Kontakt auf, der eine Lösung für das Problem zu haben scheint.

Die Storyline von Srdan Golubovićs zweitem Spielfilm gleicht auf verblüffende Weise der Handlung von Irina Palm von Sam Garbarski, der gerademal vor vier Monaten in unseren Kinos lief. Dort bangte die Witwe Maggie um das Leben ihres todkranken Enkelsohnes, der nur mit einer teuren Operation gerettet werden konnte, und übernahm in ihrer Verzweiflung einen Job in einem Sexclub, um an das benötigte Geld zu kommen.

Auch in Klopka – Die Falle lässt sich der verzweifelte Vater Mladen schließlich auf etwas ein, was er ansonsten nie gemacht hätte. Der Anrufer ist gewillt, Mladen die benötigten 30.000 Euro zu besorgen, wenn er im Gegenzug einen Mann tötet.

Die Ironie des Filmbusiness will es, dass dieser zweifelhafte Retter in der Not von Miki Manojlović gespielt wird, der in Irina Palm auch für die wichsende Witwe den letzten Hoffnungsschimmer darstellte, nämlich den schmierigen Sexclubbetreiber.

Damit sind die Parallelen zwischen den beiden Filmen aber auch schon erschöpft, denn Srdan Golubović erzählt die dramatische Rettungsaktion für das todkranke Kind ohne Garbarskis Ironie und bleibt auch ansonsten eher den kühlen Genrefilmen der 70er Jahre verhaftet. So manche Einstellung geriet auf diese Weise eventuell etwas zu lang, viele Szenen werden überdeutlich ausgespielt, wo weniger eher mehr gewesen wäre. Aber sieht man von diesen kleinen Mankos und der generellen Konstruiertheit der Geschichte ab, kommt man bei Klopka – Die Falle durchaus auf seine Kosten.

Dem Regisseur gelingt es, die Verzweiflung, die sich mehr und mehr in das Leben des liebenswerten Paares schleicht, geradezu physisch spürbar zu machen. Mladen ist bemüht, sämtliche Möglichkeiten auszuschöpfen und wird dann doch zu jener Verzweiflungstat getrieben, die ihn danach noch schwerer belastet als die Hilflosigkeit zuvor. Auch die Thrillerelemente, die sich nach dem vollbrachten Mordanschlag in die Geschehnisse mischen, können in Golubovićs Inszenierung ein angemessenes Potenzial entfalten. Wer sich auf die altmodisch-bedächtige Handlungsführung einlassen kann, wird nicht enttäuscht. TS

SRB/D/H 2006 (Klopka) Regie: Srdan Golubović. Buch: Srdan Koljević, Melina Pota Koljević. Mit: Nebojša Glogovac, Nataša Ninković, Anica Dobra, Miki Manojlović, Bogdan Diklić, Vuk Kostić, Vojin Ćetković. Progress. 106 Min. Ab 11. Oktober 2007 im Kino.

 

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