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Der Klang des Herzens


Vorsicht vor diesem Film! Er kreuzt auf den hiesigen Leinwänden in der Zeit kurz vor Weihnachten auf, in der die Mägen traditionell ohnehin mit zuviel Zuckerware bombardiert werden.

Wenn man sich also im Monat Dezember für den Klang des Herzens entscheidet, sollte man an der Kinokasse zur Tüte Popcorn am besten direkt noch eine Insulin-Spritze dazubestellen. Denn der Film ist zuckersüßer Kitsch, der, wenn überhaupt, dann in dieser Jahreszeit seine Existenzberechtigung hat.

Evan (Freddie Highmore) wächst in einem Waisenhaus auf, ist sich aber todsicher, dass seine Eltern noch leben und ihn gerne bei sich hätten. Der 12jährige reißt aus und bringt es durch ein angeborenes musikalisches Talent in New York schnell zu etwas. Seine Eltern (Keri Russell und Jonathan Rhys Meyers) sind nämlich beide Musiker und haben sich nach ihrer einzigen gemeinsamen Nacht am Abend ihres Kennenlernens, in der Evan gezeugt wurde, unfreiwillig aus den Augen verloren.

Dass ein geldgieriger Herumtreiber (Robin Williams) aus eigenem Interesse heraus Evan in „August Rush“ umbenennt, verzögert lediglich das Happy Ending, zu dem sich die zerrissene Familie wieder in die Arme schließen kann.

Da die Handlung vor Nebenfiguren strotzt, gelingt es den Drehbuchautoren nicht, alle Beteiligten mit einem weihnachtlich gutherzigen Finale zu belohnen, denn auch so bleiben zahlreiche Storyelemente märchenhaft unglaubwürdig und dem Fiktionalen geschuldet konstruiert. Nur, wer im Stress der letzten Wochen des Jahres darüber hinwegsehen kann, ist hier richtig. FB

USA 2007 (August Rush) Regie: Kirsten Sheridan. Buch: Nick Castle, James V. Hart. Mit: Freddie Highmore, Keri Russell, Jonathan Rhys Meyers, Terrence Howard, Robin Williams, William Sadler, Mykelti Williamson. Tobis. 115 Min. Ab 13. Dezember 2007 im Kino.

 

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