
Wer im Jahr 1998 den Film Kiriku und die Zauberin gesehen hat, der kann sich lebhaft vorstellen, was ihn bei dieser im gleichen Stil erzählten und animierten Fortsetzungsgeschichte erwartet: ein fantasievoller Ausflug in den afrikanischen Busch, bei dem mit Witz und originellen Ideen das Alltagsleben der Eingeborenen beschrieben und mit abenteuerlichen kleinen Geschichten vermengt wird.
Auch in Kiriku und die wilden Tiere spielt die Zauberin aus dem ersten Film eine der zentralen Rollen, sie scheint quasi hinter all den Problemen zu stecken, welche die Dorfbewohner in Aufregung versetzen. Des Nachts wird beispielsweise deren mit Liebe angelegter Gemüsegarten zerstört. Aus der Not heraus bringt sie Kiriku, der kleinwüchsige, aber äußerst pfiffige und schnelle Junge auf die Idee, ihren Lebensunterhalt künftig mit dem Verkauf von selbst gemachten Töpferwaren zu bestreiten. Doch auch das läuft nicht ohne Zwischenfälle ab.
Es ist erfrischend, in der heutigen Zeit noch einen handgemachten Zeichentrickfilm fernab der Mainstream-Konventionen zu sehen zu bekommen, dem es auf eine lebendige Darstellung einer uns weitgehend fremden Kultur ankommt, und diese mit ungewöhnlichen Einfällen spickt. Gerade den jüngsten Kinozuschauern werden die Erlebnisse Kirikus einmal mehr Vergnügen bereiten, besonders dann, wenn der Tausendsassa durchs Unterholz flitzt und die tumben Fetischkrieger der bösen Zauberin austrickst.
Die vier in sich abgeschlossenen Geschichten des Films werden durch die liebenswert folkloristischen Gesangseinlagen Youssou N’Dours und Rokia Traorés abgerundet, die teilweise ins Deutsche übersetzt wurden, was aber mit viel Fingerspitzengefühl geschah. Ihre Ohrwurmqualitäten entfalten sie jedenfalls auch in der synchronisierten Fassung. FB
F 2005 (Kirikou et les bêtes sauvages) Regie und Buch: Michel Ocelot, Bénédicte Galup. Buch: Philippe Andrieux, Marie Locatelli. Sprecher: Jochen Striebeck, Tobias John von Freyend, Carin C. Tietze, Eva Maria Bayerwaltes, Mike Carl, Elisabeth Günther. Alamode. 75 Min. Ab 5. Oktober 2006 im Kino. |
|