Home

 

King of California


Charlie ist gerade aus der Psychiatrie entlassen worden und wohnt nun wieder bei seiner 17jährigen Tochter, die sich zwei Jahre lang allein durchschlagen musste.

Der zauselige Vater hat auch schon wieder eine neue fixe Idee: Unter einem Kaufhauskomplex soll sich ein jahrhundertealter Schatz verbergen. Ja, richtig gesehen! Hinter dem wuscheligen Vollbart grinst mit irre aufgerissenen Augen kein geringerer als der Sonnyboy und Blockbuster-Garant Michael Douglas hervor – auch wenn er in der ersten Einstellung seines neuen Films King of California eher an Geoffrey Bayldon in dessen Paraderolle als „Catweazle“ erinnert. Mut zur Hässlichkeit beweist das Sex-Symbol und Sohn des gleichfalls sehr wandlungsfähigen Kirk Douglas in dieser Rolle, die als erste wahre Altersrolle des Stars durchgehen dürfte.

Evan Rachel Wood, die als Ich-Erzählerin durch die Handlung führt und die abstrusen Ideen und Geistesblitze ihres Filmvaters das ein ums andere Mal mit einem Achselzucken hinnimmt, dient als Identifikationsfigur für den Zuschauer, der dem seltsamen Gebaren des alten Zausels mit Staunen und Belustigung folgt.

Da kommen zunächst Metalldetektoren zum Einsatz, um auf Erdhügeln Kaliforniens nach ersten Spuren zum grandiosen Dublonenschatz zu stoßen, schließlich werden mit Baggern und Presslufthammern engere Kreise gezogen, die am Ende ein Kaufhaus über dem Hauptversteck ausmachen. Vater und Tochter machen sich dann mit Hilfe eines alten Kumpans des Seniors daran, das letzte Hindernis zu meistern.

Ein schrulliger kleiner Film ist Mike Cahills King of California geworden, der auf gelungene Weise spleenigen Charakterhumor mit einem gewitzten Vater-Tochter-Drama vermischt. Der zauselige Außenseiter auf Schatzsuche erinnert an Terry Gilliams König der Fischer – die Parallele in den Titeln ist sicherlich kein Zufall. Auch in Cahills Geschichte kann man nie so ganz sicher sein, ob die Hauptfigur tatsächlich eine Macke hat, oder sich hinter der fixen Idee des Einzelgängers am Ende mehr verbirgt, als sich die „Normalen“ träumen lassen würden.

Mag es auch an manchen Stellen deswegen etwas an Originalität mangeln, so kann sich der Zuschauer bei diesem Film dennoch hervorragend unterhalten, insbesondere als Fan von Michael Douglas – der liefert hier nämlich ein Kabinettstückchen seiner großartigen Schauspielkunst. FB

USA/MEX 2007. Regie und Buch: Mike Cahill. Mit: Michael Douglas, Evan Rachel Wood, Willis Burks II., Wes Sabo, Anna Khaja, Laura Karchergus, Gerald Emerick. 3-L. 96 Min. Ab 15. November 2007 im Kino.

 

> FILMSTART-Forum: Kino Aktuell

> Offizielle Webseite (Deutschland)

> Offizielle Webseite (International)