Gelangweilte Jugendliche gibt es nicht nur im US-Kino, sie sind auch in deutschsprachigen Ländern anzutreffen – und nun auch hier auf Film gebannt.
Mit einiger Verspätung kommt 'Keller', das Regiedebüt der Autorenfilmerin Eva Urthaler aus dem Jahr 2005, nun auch hierzulande ins Kino. Die junge Regisseurin erzählt darin von Paul (Ludwig Trepte aus 'Kombat Sechzehn') und Sebastian (Sergej Moya, demnächst auch in 'Die Welle' zu sehen), die sich anfreunden und fortan fast ausschließlich zusammen abhängen.
Ihre geheime Zuflucht ist eine leer stehende Lagerhalle. Dazwischen mopsen sie sich im Supermarkt Wodkaflaschen, bis die Kassiererin Sonja (Elisabetta Rocchetti) sie erwischt. Die Jungs sind fasziniert von der jungen Frau und verfolgen diese bis in ihre Wohnung. Mehr durch Zufall als geplant, schlagen sie diese im Wäschekeller bewusstlos und entführen sie anschließend in die Lagerhalle. Ein Spiel der Begehrlichkeiten und unausgesprochenen Sehnsüchte nimmt seinen Lauf.
Eva Urthaler hat einen Blick für fantastische Einstellungen. Ihr Film profiliert sich in erster Linie über eine gelungene visuelle Umsetzung, die in den Händen Alfio Continis lag. Zusammen mit dem überzeugenden Spiel der jungen Hauptdarsteller entsteht so ein spannender Gefühlsreigen, denn Sebastian ist heimlich von Pauls sexueller Ausstrahlung fasziniert, was so manches Knistern verursacht. Paul wiederum fühlt sich zur Geisel Sonja hingezogen, die das durchschaut und für ihre Zwecke auszunutzen beginnt. Dramaturgische Schwächen verhindern, dass man sich voll und ganz für das Debütwerk erwärmen kann, aber als kleines, emotionsgeladenes Kammerspiel kann Urthalers Film durchaus überzeugen. Frank Brenner D/A/I 2005. Regie und Buch: Eva Urthaler. Mit: Elisabetta Rocchetti, Ludwig Trepte, Sergej Moya, Georg Friedrich, Birgit Doll. Pro-Fun. 92 Min. Ab 6. März 2008 im Kino.
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