Gespräche mit dem lieben Gott führen ja bekanntlich viele Menschen, nur gestalten sie sich dummerweise meist ziemlich einseitig, da der Allmächtige einfach nicht antworten will.
Etwas mehr Glück hat in der Hinsicht die kleine Heldin in 'Karo und der Liebe Gott': Das Mädchen wendet sich über ihr Funkgerät Hilfe suchend an den Schöpfer persönlich, damit ihre kurz vor der Scheidung stehenden Eltern wieder zueinander finden. Und tatsächlich: Eine Männerstimme gibt sich über Funk als der liebe Gott zu erkennen (wer hätte gedacht, dass Gott einen österreichischen Akzent hat).
Wie sich schon bald herausstellt, handelt es sich dabei um einen heruntergekommen lebenden Nachbarn Karos. Obwohl dieser von dem Mädchen zunächst nur in Ruhe gelassen werden will, ist Karo fortan überzeugt, dass er wirklich Gott ist und überredet ihn dazu, ihr bei der Zusammenführung ihrer Eltern behilflich zu sein.
Trotz einiger knapp am Kitsch vorbeigehenden Momente, weiß der Film durch seinen unaufdringlich-sympathischen Humor, vor allem in den Szenen zwischen Karo und „Gott“, zu gefallen. Besonders erfreulich ist aber, dass die Geschichte keinesfalls versucht, sein junges Zielpublikum zu „bekehren“, sondern anhand der Beziehung zwischen den beiden Protagonisten zeigt, dass es eigentlich egal ist, dass Gott nicht antwortet, wenn man zu ihm spricht. Viel wichtiger ist, dass man einen wahren Freund findet, der einem zuhört, ob es sich dabei nun tatsächlich um den lieben Gott handelt oder um einen einfachen, kauzigen Nachbarn. Carlos Corbelle
A 2006. Regie und Buch: Danielle Proskar. Mit: Resi Reiner, Petra Morzé, Markus Gertken, Branko Samarovski, Marie-Christine Friedrich, Markus Meyer. alpha medienkontor. 94 Min. Ab 24. April 2008 im Kino.
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