Die Liebe ist stärker als die Bosheit. Und kühner.“ Nun ist das Böse nicht dumm und nicht so naiv wie die jungen, ungestümen Liebenden.
Im Wonnemonat Mai kämpfen bereits Tristan und Isolde auf der Leinwand um die Minne, die ihnen die Welt verwehrt, da gesellt sich Leander Haußmanns Verfilmung von Schillers Kabale und Liebe hinzu.
Auch in diesem Drama hat es das Liebespaar nicht leicht: Ferdinand (August Diehl), Sohn des Präsidenten von Walter (Götz George), liebt Luise (Paula Kalenberg), Tochter eines Musikers. Von Walter hat jedoch andere, eigennützige Pläne und verkündet die Vermählung seines Sohnes mit Lady Milford (Katja Flint), der Geliebten des Herzogs. „Nur, mein Ferdinand will nicht“, muss der Vater erkennen und es kommt zur Auseinandersetzung. Die nutzt Luises Nebenbuhler, Sekretär Wurm (Detlev Buck), aus und verschwört sich mit von Walter und mit sehr viel Bosheit gegen die Liebenden.
Friedrich Schillers bürgerliches Trauerspiel von 1784 thematisiert vordergründig die geistige Auseinandersetzung zwischen zwei Klassen, dem Bürgertum und dem Adel, Leander Haußmann konzentriert sich auf die Liebesgeschichte und auf ihren Kampf mit der Kabale, der Intrige. „Ich liebe, und wir wollen sehen, ob die Mode oder die Menschheit siegen wird“, sagt Ferdinand, den August Diehl bravourös als romantisch kämpferischen Kavalier gibt.
Die gesamte Darstellerriege überzeugt: Götz George spielt den Vater als wortgewandten Sadisten mit todbringenden Launen, Detlev Buck umkriecht ihn als schmieriger Neider, Paula Kalenberg ist hinreißend unschuldig. Darüber hinaus nutzt Haußmann für seine kurzweilige Interpretation des Bühnenstoffes seine filmischen Mittel, ohne sich aufzudrängen, was den verspäteten Ausflug auf die Leinwand mehr als rechtfertigt. HE
D 2005. Regie und Buch: Leander Haußmann. Buch: Boris Naujoks. Mit Paula Kalenberg, August Diehl, Götz George, Detlev Buck, Katja Flint, Katharina Thalbach, Annika Kuhl. Delphi. 101 Min. Ab 18. Mai 2006 im Kino.
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