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Johan - Eine Liebe im Paris im Sommer 1975


Philippe Vallois hat hier einen Film im Film realisiert, der den erst kurz zurückliegenden Sommer des Jahres 1975 dokumentiert. In jenem Jahr hatte der Filmregisseur Johan kennen- und liebengelernt, der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten im Gefängnis einsitzt.

Mit verschiedenen Schauspielern versucht er, die Begegnung zu realisieren, was ihm nicht gelingen mag, da er niemanden findet, der seiner großen Liebe auch nur das Wasser reichen könnte.

Den Prozess des Filmemachens thematisiert er dabei auch immer wieder selbst, setzt sich selbst als Spielleiter in Szene, lässt sich in anderen Einstellungen ebenfalls durch Schauspieler darstellen. Dabei springt er zwischen Schwarz-Weiß- und Farbaufnahmen hin und her, die für den Blick hinter die Kulissen bzw. für den Film im Film stehen.

Thematisch verwandt mit Rosa von Praunheims legendärem 'Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt', ist Philippe Vallois’ semi-dokumentarischer und autobiografischer Film nicht zuletzt ein Sitten- und Zeitbild aus der schwulen Subkultur der 70er Jahre und deswegen auch heute noch einen Blick wert. Auch die Art, in der der Filmemacher Fiktionales mit Nachgestelltem und Improvisiertem vermischt, sich selbst und seine Rolle als Geschichtenerzähler und Zeitzeuge thematisiert, ist durchaus reizvoll.

Dass er dabei nicht immer zu einer geschlossenen Handlungsführung findet, sondern sein Film eher Stückwerk bleibt, stört nicht wirklich. Explizite Sexszenen gehören hierbei ebenso in ein stimmiges Gesamtbild wie verwackelte Versteckte-Kamera-Aufnahmen. Insgesamt ziemlich trashig, da mit äußerst geringem Etat entstanden, dürfte der Film in der schwulen Szene durchaus auf Liebhaber treffen. Frank Brenner

F 1976 (Johan) Regie und Buch: Philippe Vallois. Mit: Marie-Christine Weill, Patrice Pascal, Philippe Vallois, Éric Guadagnan, Laurent Laclos, Jean Paul Doux, Jean Lou Duc, Walter Manley, Yvan Roberto. Bildkraft. (O.m.U.) 90 Min. Ab 13. März 2008 im Kino.

 

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