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Itty Bitty Titty Committee


Jungs! – Diese freche Komödie mit politischen Untertönen ist von Lesben und mit Lesben, aber keineswegs nur für Lesben geeignet!

Habt deshalb keine Hemmungen bzw. bittet ansonsten eine weibliche Begleitung (egal ob hetero- oder homosexuell), mitzukommen, und erfreut euch zusammen an den frechen Frauen der CIA, die in diesem Fall eine Gruppe politisch engagierter Neo-Feministinnen meint: die „Clits in Action“.

Deren anarchisches Treiben beschränkt sich zumeist auf das Parolenbesprühen von Scheiben von Einrichtungen, die dem Sexismus Vorschub leisten, also Bekleidungsgeschäfte und Kliniken für plastische Chirurgie. Dabei werden sie eines Tages vom schüchternen Twen Anna entdeckt, die schon bald dem intellektuellen wie auch dem Schönheitspotenzial einiger Gruppenmitglieder verfällt.

Ähnlich wie die große Schwester (man verzeihe die Anspielung) CIA ist die feministische Truppe intellektuell zwar beschlagen und risikobereit, doch auch ihren spontimäßigen Aktionen mangelt es an Weitblick und langfristiger Wirkung. Außerdem sind die Freundinnen anfällig für persönliche Animositäten und erinnern daher eher an das Einbrechertrio aus 'Die fetten Jahre sind vorbei' als an eine Organisation. Immerhin: Die bislang in jeder Hinsicht unbedarfte Anna erlebt dank der Umtriebe der CIA ihr politisches Coming Out.

Annas Wunsch, vermittels nachhaltiger Aktionen das Machogehabe in der amerikanischen Politik zu bekämpfen, ist aufrichtig gemeint, auch wenn das ihre älteren Mitaktivistinnen noch nicht ganz glauben mögen. Um ihre Ernsthaftigkeit unter Beweis zu stellen – und nicht zuletzt auch, um das Herz der schwankenden Sadie zu gewinnen –, lässt sich Anna einen aberwitzigen Plan zur Störung einer Live-Talkshow einfallen…

An dieser Stelle gewinnt die von Independent-Filmemacherin Jamie Babbit (die bei 'Weil ich ein Mädchen bin', vor allem aber in zahlreichen TV-Kultserien wie „Ed“, „Gilmore Girls“, „Nip/Tuck“ oder „Alias“ Regie geführt hat) locker-flockig inszenierte Komödie erstmals an Spannung und Dramatik, die zuvor leider zugunsten von kurzfristiger Situationskomik und oberflächlichem Liebesgeplänkel vernachlässigt wurde. Dass der Film dennoch kurzweilig unterhält, liegt in hohem Maße an der großen Spielfreude der perfekten Besetzung und dem punkigen Soundtrack von „Le Tigre“ u.a. Max-Peter Heyne

Tipp: Vom amerikanischen Netzwerk von Frauen in Filmberufen, „Power up“, das auch Itty Bitty Titty Committee mitgefördert hat, erscheint im April die sehenswerte Kurzfilmsammlung „Liebesperlen“ auf DVD. www.power-up.net

USA 2007. Regie: Jamie Babbit. Buch: Tina Mabry, Abigail Shafran. Mit: Melonie Diaz, Nicole Vicius, Carly Pope, Melanie Mayron, Daniela Sea, Clea DuVall. 86 Min. Salzgeber. Ab 24. April 2008 im Kino.

 

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