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Iron Man

Mit dem in Europa eher unpopulären „Iron Man“ bahnt sich eine neue Reihe Erfolg versprechender Comicverfilmungen der nunmehr eigen produzierenden Marvel Studios ('X-Men', 'Spider-Man') an. Im Juli folgt bereits eine Neuauflage von „The Incredible Hulk“; für die kommenden Jahre sind Leinwand-Abenteuer von „Thor“, „Ant-Man“, „Captain America“ und „Nick Fury“ geplant.


Tony Stark (Robert Downey Jr.) ist ein begnadeter Ingenieur und Chef einer großen amerikanischen Rüstungsfirma. Sein zweites Talent besteht im Aufreißen schöner Frauen, die am „Morgen danach“ von seiner loyalen Privatsekretärin Virginia „Pepper“ Potts (Gwyneth Paltrow) aus dem prachtvollen Anwesen über dem Pazifik geleitet werden.

Bei der Vorführung seiner neuesten Vernichtungswaffe in Afghanistan gerät er jedoch in die Gewalt militanter Clanführer – ein Ereignis, das Starks Leben von Grund auf verändern wird. Denn bei seiner Gefangennahme stellt der weltfremde Playboy fest, dass die von seinem eigenen Unternehmen entwickelten Waffen den Tod der Soldaten in seinem Konvoi zu verantworten haben.

In seiner Zelle entwickelt er mit Hilfe eines Mithäftlings anstelle der geforderten Rakete eine kugelsichere und flugfähige Rüstung aus Eisen, die ihm zum einen nach einer Herzverletzung das Leben rettet und gleichzeitig den Weg in die Freiheit bedeutet. Zurück in der Heimat arbeitet der abrüstende Großindustrielle unter ganzem Körpereinsatz an einem perfektionierten Update seiner jüngsten Erfindung und begibt sich schließlich gold-rot-gepanzert in einen Einzelkampf gegen die afghanischen Aggressoren. Doch seine gefährlichsten Gegner lauern andernorts...

Wer das spannende Duell gegen einen Weltraum-Roboter im Jugendabenteuer 'Zathura' gesehen hat, weiß, wieso die Marvel-Studios dessen Regisseur Jon Favreau für ihren ersten eigen produzierten Film um ihren Comichelden im Stahlpanzer engagiert haben. Ein wenig mutet das martialische Action-Spektakel wie eine modernisierte, weniger düstere und mit gut dosiertem Humor aufgepeppte Version von 'RoboCop' an.

Etwas zu ausführlich, wenngleich in tollen Spezialeffekten umgesetzt, werden darin die Werkeleien am „Anzug“ des ausnahmsweise einmal nicht mutierten Helden geschildert. Davon abgesehen ist 'Iron Man' aber vor allem eine unterhaltsame und beeindruckende Tour-de-Force für Hauptdarsteller Robert Downey Jr. ('Chaplin') geworden. Er sorgt für die nötige Portion Menschlichkeit und erhält nach seinen Drogeneskapaden in den 90ern nun seinen überzeugenden großen Auftritt in einer Big-Budget-Produktion, der aller Voraussicht nach mindestens zwei Fortsetzungen folgen werden. Unterstützt wird er dabei von der aus der Babypause zurückgekehrten Gwyneth Paltrow ('Shakespeare in Love'), Terrence Howard ('Hunting Party') und einem mit Vollbart und Glatze fast nicht wieder zu erkennenden Jeff Bridges ('Arlington Road').

Ärgerlich ist allerdings, dass der Film für die deutsche Kinoauswertung und eine lukrative FSK-Freigabe ab 12 Jahren in den Action-Sequenzen offenbar leicht gekürzt wurde. Dass Robert Downey Jr. in einem Gastauftritt in 'The Incredible Hulk' Edward Norton bereits im Juli kurz unter die grünen Arme greifen soll, ist für diese Zensur nur eine kleine Entschädigung - ebenso wie die Überraschung, die nach dem 'Iron-Man'-Abspann auf Kenner der Comic-Vorlage wartet. Peter Hoch

USA 2008 (Iron Man) Regie: Jon Favreau. Buch: Mark Fergus, Hawk Ostby, Art Marcum, Matt Holloway. Mit: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Jeff Bridges, Terrence Howard, Shaun Toub, Faran Tahir. Concorde. 118 Min. Ab 1. Mai 2008 im Kino.

 

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