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Im Tal von Elah


Mikes Einsatz im Irak ist beendet, doch der junge Soldat hat sich noch nicht bei seinen Eltern rückgemeldet. Auch seine Einheit weiß nicht, wo er sich aufhält, und will ihn fahnenflüchtig melden.

Sein Vater macht sich auf die Reise zum Stützpunkt, wo er schon bald mit einer unliebsamen Wahrheit konfrontiert wird. Zunächst stößt Mikes Vater Sergeant Deerfield, Vietnamveteran und ehemaliger Militärpolizist, auf taube Ohren bei der örtlichen Polizei. Doch schon kurze Zeit später wird eine übel verstümmelte und anschließend abgefackelte Leiche gefunden, die gerade noch so als Mike identifiziert werden kann.

Aufgrund bürokratischer Feinheiten fühlen sich weder die lokale Polizeidienststelle noch die Ordnungshüter des Militärs so richtig verantwortlich für den Fall. Deerfield selbst macht sich an die Recherchen und bekommt schließlich Unterstützung durch die leitende Ermittlerin. Gemeinsam kommen sie dahinter, dass die Aussagen von Mikes Einheit mit Vorsicht zu genießen sind. Parallel dazu gelingt es Deerfield mit Hilfe eines Computercracks, die in Mikes Handy gespeicherten Videosequenzen aus dem Irak wieder herzustellen und damit Erkenntnisse über die Taten der jungen Soldaten im Feindesland zu gewinnen.

Gleich zu Beginn ermahnt Deerfield einen nachlässigen Gemeindebediensteten, dass man die US-Flagge keinesfalls verkehrt herum hissen darf. Der Veteran ist ein Patriot, dessen Söhne beide dem Vaterland gedient haben und die nun beide in Uniform gestorben sind. Das Raubein ist trefflich besetzt mit dem uramerikanischen Tommy Lee Jones, dessen zerfurchtes Gesicht nicht nur von einem schweren Leben berichtet, sondern auch eine Unnachgiebigkeit und Entschlossenheit ausstrahlt, die seiner Figur vollauf gerecht wird. Dass gerade dieser eisenharte Held mit der Kehrseite des amerikanischen Traumes auf solch erbarmungslose Weise konfrontiert wird, ist einer der vielen exzellenten Kniffe eines hervorragend geschriebenen Drehbuchs von Paul Haggis.

Es gelingt dem gefeierten Autorenfilmer ('L.A. Crash') hier abermals, die amerikanische Gesellschaft dort zu packen, wo es am meisten weh tut – beim eigenen Selbstverständnis, und das im Hier und Heute. Und als ob diese desillusionierende Gesellschaftskritik nicht schon Tiefgang genug bieten würde, hat Haggis sie abermals in eine richtig spannende Genregeschichte eingebunden, die auch unabhängig davon blendend funktionieren würde. Frank Brenner

USA 2007 (In the Valley of Elah) Regie und Buch: Paul Haggis. Mit: Tommy Lee Jones, Charlize Theron, Jason Patric, Susan Sarandon, James Franco, Barry Corbin, Josh Brolin, Jonathan Tucker. Concorde. 124 Min. Ab 6. März 2008 im Kino.

 

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