Seine Anfänge in den von studentischen Unruhen geprägten späten 60er Jahren werden dabei ebenso behandelt wie seine intensive Bewunderung des Lehrmeisters Joseph Beuys, seine Freundschaft mit Künstlerkollegen wie Markus Lüpertz oder Jonathan Meese, die auch selbst ausführlich zu Wort kommen.
Im Mittelpunkt des Künstlerporträts steht jedoch die Auseinandersetzung mit dessen degenerativer ALS-Erkrankung, die im Laufe der Jahre nicht nur seine Bewegungsmöglichkeiten enorm einschränkt, sondern schließlich das Überleben nur mit Hilfe eines Beatmungsgerätes möglich macht. Immendorff lässt sich aber selbst durch solche grundlegende Einschränkungen nicht von seinem künstlerischen Schaffensdrang abbringen. Eine Handvoll begabter Schüler gehen dem Meister zur Hand und ersetzen ihm die aufgrund der Nervenkrankheit bewegungsunfähig gewordenen Finger.
Akribisch genau gibt er ihnen Anweisungen, wie sie seine Visionen auf die Leinwand bringen können und ist erst dann zufrieden, wenn das Ergebnis hundertprozentig seinen eigenen Vorstellungen entspricht. Diese übermenschliche Energie, die Immendorff antreibt, wird in Nicola Graefs Film eindrucksvoll spürbar. Mit der Zeit kann man eine Idee davon bekommen, dass dieser Mann ohne seine Kunst nicht überlebensfähig ist, und dass es genau diese Arbeit ist, die ihn aller Widrigkeiten zum Trotz so lange überleben ließ. Frank Brenner D 2007. Regie und Buch: Nicola Graef. Mit: Jörg Immendorff, Markus Lüpertz, Irene Immendorff, Oda Jaune, Tilman Spengler, Kasper König, Jonathan Meese. RealFiction. 98 Min. Ab 22. Mai 2008 im Kino.
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