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Hunting Party - Wenn der Jäger zum Gejagten wird


Der Kriegsberichterstatter Simon Hunt und sein Kameramann Duck gehen nach einem Zwischenfall vor laufender Kamera getrennte Wege.

Als Simon fünf Jahre nach dem Bosnien-Krieg eine heiße Spur zum berüchtigtsten Kriegsverbrecher erhält, kann er Duck und einen jungen Nachwuchsreporter zur Mitarbeit bewegen.

Im Kino scheint derzeit ein neuer Trend ausgebrochen, Krisengebiete der jüngeren Vergangenheit als Aufhänger für große Filmevents zu nutzen. In Operation Kingdom wurde Saudi-Arabien zum Schauplatz für typischen Hollywoodthrill, Ein mutiger Weg machte die authentische Journalistenentführung in Pakistan zum Aufhänger für ein Psychodrama, Mörderischer Frieden nutzt gar den Krieg im ehemaligen Jugoslawien als Schauplatz für eine sentimentale Liebesgeschichte.

Richard Shepard hat mit seinem letzten Film Mord und Margaritas bewiesen, dass er den Schelm im Nacken hat – selten zuvor konnte Pierce Brosnan so aus sich herausgehen und sein bisheriges Image persiflieren wie hier. Auch wenn Shepard mit Hunting Party nicht ganz an diesen Witz heranreicht, ist ihm das Kunststück doch weitgehend geglückt, in die Story von den Gräueln des Krieges auch eine gehörige Portion Ironie einfließen zu lassen.

Drei unbedarfte Journalisten begeben sich in Bosnien auf die Suche nach einem Kriegsverbrecher und stöbern diesen tatsächlich auf, obwohl dies CIA, NATO und UNO über Jahre hinweg nicht gelungen war. Die Absurdität dieser Situation mag den einen oder anderen verwundern, basiert aber auf den Erlebnissen des Reporters Scott Anderson, der diese im Jahr 2000 in seinem Esquire-Artikel „What I Did on My Summer Vacation“ verarbeitete. Nach dem Motto „Dreistigkeit siegt“ schlagen sich die investigativen Journalisten in Richtung des vermeintlichen Geheimverstecks durch, riskieren dabei ein ums andere Mal ihr Leben, wären aber auch nicht abgeneigt, am Ende des Kopfgeld zu kassieren, dass auf den berüchtigten „Fuchs“ ausgeschrieben ist.

Etwas schade ist, dass sich in Shepards Inszenierung zwischendurch immer wieder Szenen einschleichen, die betroffen machen sollen, in ihrer Plakativität aber nicht so recht zum satirischen Rest des Films passen wollen. Nichtsdestotrotz ist sein Zugang zu den Ereignissen interessant und diskussionswert. Durch seine gelungenen Action- und Spannungsmomente wird er es zudem schaffen, auch ein Popcornpublikum für seine Geschichte zu gewinnen. TS

USA 2007 (The Hunting Party) Regie und Buch: Richard Shepard. Mit: Richard Gere, Terrence Howard, Jesse Eisenberg, Mark Ivanir, Ljubomir Kerekes, Diane Kruger, James Brolin. Central. 103 Min. Ab 29. November 2007 im Kino.

 

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