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Hostel


Einen zugkräftigen Namen hat Eli Roth für seinen zweiten Streifen gewinnen können: Quentin Tarantino war von seinem ebenso unappetitlichen wie zähen Virenhorror Cabin Fever so beeindruckt, dass er bei Hostel als ausführender Produzent fungierte.

Bereut haben beide es nicht, konnte der harte Thriller doch bereits das Zehnfache seines 5-Millionen-Dollar-Budgets einspielen. Dass Politiker der grotesk dargestellten Slowakei den Filmemachern vermutlich am liebsten Landesverbot erteilen würden, dürfte ihnen da wohl egal sein.

Die US-Rucksacktouristen Paxton und Josh sowie ihr neuer Kumpel Oli erhalten in Amsterdam einen heißen Reisetipp. Der verspricht abseits des üblichen Europa-Sightseeings in einer Herberge in Bratislava ein Porno-Paradies voller williger Schönheiten. Sauna, Saufen und Sex gibt es tatsächlich gleich in der ersten Nacht. Als Oli am Morgen verschwunden ist, feiern die Amerikaner zunächst irritiert weiter. Lange werden sie jedoch nicht auf die Folter gespannt, bis sie erfahren, was mit dem Isländer geschehen ist.

In albtraumhaften Bildern ästhetisiert der Film vor allem das Grausame und Schmutzige. Handelt die simple Story im schleppenden ersten Drittel vor allem von der Jagd der Backpacker auf nackte Brüste, werden aus ihnen zur düster-intensiven Filmmitte hin selbst die Gejagten, bis der Spieß – oder auch die Kettensäge – schließlich herumgedreht wird.

Allzu häufig gesplattert wird dabei gar nicht mal, ähnlich den Werken asiatischer Extremregisseure (Takashi Miike absolviert einen Kurzauftritt!). Dem weniger subversiven Unterhaltungs-Gore sollte man dennoch zugetan sein, um dem derben, wenn auch plakativen Geschehen seinen morbiden Reiz abzugewinnen. Für Fans des physischen Horrors dürfte ein Besuch im unwirtlichen Hostel wohlige Pflicht sein. PH

USA 2005. Regie und Buch: Eli Roth. Mit: Jay Her­nandez, Derek Richardson, Eythor Gudjonsson, Barbara Nedeljakova, Jan Vlasák. 95 Min. Ab 27. April 2006 im Kino.