Wie tötet man einen strahlenverseuchten, Amok laufenden Wüsten-Mutanten? Am effektivsten (und effektvollsten) dürfte wohl ein beherzter Schlag mit der Axt oder Spitzhacke mitten in die deformierte Visage sein.
Das zumindest lernen wir aus Alexandre Ajas Remake des Kult-Splatterfilms Hügel der blutigen Augen, mit dem sich Wes Craven in den 70er Jahren endgültig als einer der unkonventionellsten und explizitesten neuen Horrorfilmregisseure empfahl. Die Remake-Welle, gerade im Horror- und Splattergenre, rollt in diesen Monaten auch hierzulande über die Leinwände. Nach der Neuverfilmung von Texas Chainsaw Massacre, der eine ganz ähnliche Story aufweist, sind The Fog – Nebel des Grauens und When a Stranger Calls die jüngsten Beispiele.
Ajas Film nutzt die menschenleere, karge Landschaft der Wüste New Mexicos, um eine siebenköpfige amerikanische Durchschnittsfamilie auf dem Familienausflug in eine böse Falle tappen zu lassen. Das Gebiet wurde früher für oberirdische Atombombentests genutzt, die einige wackere Bewohner, die ihre Häuser nicht verlassen wollten, als übel verunstaltete Strahlenopfer zurückließ.
Der Tankwart in der Wüste hat ein Herz für die mittlerweile kannibalistisch veranlagten Kreaturen und ist genervt von der Neugierde und Penetranz der Carter-Familie. Deswegen schickt er diese direkt ins Jagdgebiet der Mutanten. Das letzte Drittel des Films holt dann nach, worauf wahre Genrefans sicherlich viel zu lange warten mussten: Ein wahres Blutbad setzt ein, bei dem selbst Halbwüchsige zu All-American Heroes werden und abgehackte Finger im Zweikampf noch das kleinste Übel darstellen. Trotz der aufgesetzten kritischen Töne kann dieses Remake schwerlich überzeugen, natürlich weder als eigenständiges Werk noch innerhalb der Grenzen seines Genres. FB
USA 2006. Regie und Buch: Alexandre Aja. Buch: Grégory Levasseur. Mit: Aaron Stanford, Kathleen Quinlan, Vinessa Shaw, Ted Levine, Emilie de Ravin. Fox. 99 Min. Ab 23. März 2006 im Kino. |