
Harry Potter ist in den vergangenen Jahren zum Selbstläufer geworden. Wenn nun die fünfte Verfilmung um den Zauberlehrling und seine Kämpfe gegen die dunklen Mächte in die Kinos kommt, warten die Fans schon sehnsüchtig auf den siebten und eventuell letzten Roman aus der Feder J.K. Rowlings – millionenfache Vorbestellungen noch vor dem offiziellen Erstverkaufstag zeugen von diesem sich verselbständigenden Kult. Bei den Verfilmungen hat man von Anfang an immer großen Wert darauf gelegt, den Romanvorlagen so weit wie möglich zu entsprechen. Das ist zum einen sehr löblich, weil Rowlings grenzenlose Fantasie durch eine Adaption nicht mehr verbessert werden muss. Andererseits sind die Bücher immer dicker geworden, was zu einer zunehmenden Überfrachtung der Filme führte, die selbst in zweieinhalb Stunden kaum mehr alles unterbringen und gleichzeitig dramaturgisch zusammenhalten konnten.
Im fünften Film hat nun mit Michael Goldenberg erstmals ein neuer Drehbuchautor das Ruder übernommen, was sich in einem hervorragenden Ergebnis niederschlägt.
Nebenhandlungen wurden beherzt komplett gestrichen, um die Geschichte aufs Wesentliche zu konzentrieren. Es geht um die Zweifel der Zauberergemeinschaft an Harrys Aussage, der Dunkle Lord sei zurückgekehrt. Das Zaubereiministerium mischt sich in die Angelegenheiten von Hogwarts ein und stellt die Schule unter die Knute eines Albtraums in Pink, der Großinquisitorin Dolores Umbridge. Die hätte wohl niemand trefflicher verkörpern können als Imelda Staunton (Vera Drake), die mit ihrer Rolle die Prise Humor in die Geschichte mixt, die ansonsten getreu der Vorlage ziemlich düster und effektvoll geraten ist.
Ohne eine Spur von Langeweile treibt der relative Filmneuling David Yates die Handlung ihrem furiosen Finale entgegen, was sämtliche Potter-Fans schlichtweg begeistern dürfte. FB
GB/USA 2007 (Harry Potter and the Order of the Phoenix) Regie: David Yates. Buch: Michael Goldenberg. Mit: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, Imelda Staunton, Sir Michael Gambon, Gary Oldman, Alan Rickman. Warner. 138 Min. Ab 12. Juli 2007 im Kino.
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