
In der Vorspannsequenz sehen wir die Computeranimation einer propren amerikanischen Eigenhaussiedlung – am Reißbrett entworfen, gaukelt sie ihren Bewohnern auf bunten Werbebannern ein „sorgenfreies Leben“ vor.
Wie illusorisch diese Vorstellung ist, sehen wir schließlich in der filmischen Realität, in der an der Highschool mit Drogen jedweder Art gedealt wird, damit die jungen Leute ihre Sorgen einfach vergessen und mit der Wirklichkeit zurechtkommen können.
Damit ist auch schon das Leitmotiv von Arie Posins Regiedebüt eingeführt, denn es geht in Glück in kleinen Dosen immer wieder um die Wirklichkeit und wie man mit ihr klarkommt – und eben um Drogen, die ja in all ihren Formen nichts anderes sind als Fluchtwege aus der Realität.
Zu Beginn steht auch der Selbstmord des Schuldealers, und sein bester Freund Dean wird im Laufe des Films unfreiwillig zu dessen Nachfolger bestimmt. Damit Dean gar keine andere Wahl bleibt, als den Posten als Drogenlieferant anzunehmen, schrecken die Süchtigen auch vor einer Entführung und Erpressung nicht zurück.
Auch wenn Arie Posin unmissverständlich klarmachen kann, dass es hier eben um die Schwierigkeiten geht, sich den Unbilden des Lebens zu stellen und die Kommunikationsprobleme zwischen den Generationen zu überwinden, bleibt sein Film insgesamt seltsam schwammig, oberflächlich und nichts sagend. Die herausragende Musik James Horners erzeugt eine unheilschwangere Atmosphäre, die jedoch immer wieder von albernen bis satirisch-treffenden Witzeinlagen zerstört wird.
Das Staraufgebot (insbesondere Ralph Fiennes und Glenn Close) fühlt sich in seinen überdrehten Rollen sichtlich wohl, doch der Zuschauer irrt einigermaßen planlos durch eine unausgegorene Mischung aus Gesellschaftskritik und bissig gemeinter, jedoch recht zerdehnter Satire. FB
USA/D 2005 (The Chumscrubber) Regie: Arie Posin. Buch: Zac Stanford. Mit: Jamie Bell, Justin Chatwin, Camilla Belle, Glenn Close, Ralph Fiennes, Carrie-Anne Moss, Lou Taylor Pucci. 3L. 108 Min. Ab 5. Oktober 2006 im Kino. |