Beim Kleberschnüffeln Zärtlichkeiten austauschen – realistische Blicke ins Erwachsenwerden in Südamerika.
Im Niemandsland Patagoniens sieht die Pubertät auch nicht viel anders aus als an jedem anderen Ort der Welt – Lucas (charismatisch: Nahuel Pérez Biscayart) möchte mit 16 Jahren nun endlich mal Sex haben. Er macht sich seine Gedanken, wie das so ist mit Männern und Frauen und worin wohl die Unterschiede liegen, einen Jungen oder ein Mädchen zu küssen.
Lucas’ Eltern sind stark zerstritten, versuchen sich aber wieder zusammenzuraufen. Als sein Vater mal wieder für ein Wochenende zu Besuch kommt, flieht Lucas in dessen leer stehende Wohnung. Zusammen mit seinem besten Kumpel Nacho (Nahuel Viale) schnüffelt er Klebstoff. Man kommt sich näher. Und weil beide ein Auge auf ihre Mitschülerin Andrea (Inés Efron) geworfen haben, bahnt sich langsam eine verhaltene Ménage à Trois an.
Man merkt Alexis Dos Santos’ Film an, dass der Regisseur weiß, wovon er spricht – und der eigenen Pubertät zumindest mental noch nicht allzu lange entwachsen ist. Denn mit 'Glue' erzählt er uns eine universelle Coming-of-Age-Story, die dicht dran bleibt an den Sorgen, Emotionen und Handlungen seiner jugendlichen Protagonisten. Das ist mitunter reichlich belanglos und oftmals passiert nicht wirklich viel, aber genau damit kann Dos Santos die Stimmung ziemlich gut einfangen. Ein durchaus interessanter Blick auf das Erwachsenwerden in Argentinien – produziert übrigens von der spanischen Erfolgsregisseurin Isabel Coixet ('Mein Leben ohne mich'). Frank Brenner ARG/GB 2006. Regie und Buch: Alexis Dos Santos. Mit: Nahuel Pérez Biscayart, Nahuel Viale, Inés Efron, Verónica Llinás, Héctor Díaz. 108 Min. Salzgeber. (O.m.U.) Ab 1. Mai 2008 im Kino und auf DVD.
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