Michael Haneke ging beim amerikanischen Remake seines kompromisslosen Meisterwerkes keine Kompromisse ein: Die Dialoge, die Musik, der Drehort, die Kleidung, ja sogar die Kameraeinstellungen – alles ist so wie im 1997 gedrehten Thriller. Nur die Darsteller sind diesmal andere.
Bleibt die Frage: Warum solch ein Remake? Haneke verstand schon vor elf Jahren seinen Schocker als Kritik am allzu leicht konsumierbaren Gewalt-Mainstream aus Hollywood – allerdings nahm dort niemand von seiner Kritik Kenntnis. Also muss erst eine US-Version mit den Filmstars Naomi Watts, Tim Roth und Michael Pitt her, um die Botschaft zu überbringen. Hanekes Film will Gewalt so darstellen wie sie ist: eben nicht konsumierbar. Naomi Watts vor allem war es, die das Projekt unbedingt realisieren wollte. Sie fungiert als ausführende Produzentin.
George, Ann und ihr kleiner Sohn verbringen die Ferien in ihrem Häuschen an einem idyllischen See. Als zwei junge Männer in ihr Haus dringen, beginnt ein entsetzlicher Albtraum. Die beiden Herren spielen mit der Familie ein „Funny Game“ nach dem anderen.
Diesen Film haben sich die USA redlich verdient – und allen Europäern, die das Original bislang nicht kennen, ist der Film ebenso wärmstens zu empfehlen. Holger Kreymeier USA/F/GB/A/D/I 2007. Regie und Buch: Michael Haneke. Mit: Naomi Watts, Tim Roth, Michael Pitt, Brady Corbet, Devon Gearhart. X-Verleih. 112 Min. Ab 29. Mai 2008 im Kino.
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