Spielfilme über Familientreffen folgen meistens einer festgelegten Dramaturgie: Das in der Großstadt lebende „schwarze Schaf“ fährt zu einem Familienfest „nach Hause“, wie es etwa im Originaltitel der zweiten Regiearbeit Jodie Fosters 'Home for the Holidays' ('Familienfest und andere Schwierigkeiten', 1995) deutlich zum Ausdruck kommt.
In ihrem Spielfilmdebüt 'Zurück nach Dalarna!' (2004) verknüpfte die Schwedin Maria Blom dieses „zum Familienfest nach Hause fahren“-Motiv mit dem Topos der drei unterschiedlichen Schwestern. Wobei hier natürlich Woody Allens 'Hannah und ihre Schwestern' (1986) als der klassische Vertreter gelten darf. Darin etablierte Woody Allen die Figur der „großen Schwester“, die für alle und alles sorgt, während ihr Ehemann mit der jüngsten Schwester anbandelt.
All diese Drehbuch-Elemente finden sich in Franziska Meletzkys zweiter Regiearbeit 'Frei nach Plan' wieder: Anne (Dagmar Manzel) kommt zur Geburtstagsfeier ihrer Mutter (Christine Schorn) in ihr Heimatdorf zurück, wo auch ihre beiden Schwestern leben: Die ältere Iris (Corinna Harfouch) ist eine Art „Kontrollfreak“. Sie hält am liebsten alle Fäden in der Hand. Die jüngste, Marianne (Kirsten Block), lebt ganz in der Nähe mit ihrer eigenen Familie. Anne verliebt sich in den Mann Mariannes und überlässt ihrer älteren Schwester Iris die Verantwortung für die anstehende Feier.
Mehr noch als die kinotauglichen Bilder ist es die in sorgfältigem Rhythmus entwickelte Dramaturgie, die 'Frei nach Plan' von hektischen Fernsehfilmen unterscheidet. Keine Frage, dass alle vier Darstellerinnen großartig spielen. Schade nur, dass das Drehbuch so wenig Originalität aufweisen kann. José García D 2007. Regie: Franziska Meletzky. Buch: Elke Rössler. Mit: Corinna Harfouch, Dagmar Manzel, Kirsten Block, Christine Schorn, Robert Gallinowski, Otto Mellies, Simone Kabst, Robert Kersten, Ramona Libnow, Matthias Brenner. novapool. 90 Min. Ab 6. März 2008 im Kino.
> FILMSTART-Forum: Kino Aktuell
|