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The Fountain


Darren Aronofsky, der New Yorker Independent-Regisseur, hat sich mit seinen beiden bisherigen Filmen Pi – Der Film und Requiem for a Dream beim Arthauspublikum einen Namen gemacht. Mit sechsjährigem Abstand folgt mit The Fountain nun sein heiß erwarteter Nachfolgefilm, für den der Filmemacher auf angesagte Hollywoodstars zurückgreifen konnte.

Die zentralen Rollen besetzte er mit Hugh Jackman (X-Men, Scoop – Der Knüller) und der für Der ewige Gärtner mit dem Oscar ausgezeichneten Rachel Weisz. Beide spielen verschiedene Charaktere zu verschiedenen Zeiten, die durch ein gemeinsames Schicksal verbunden sind und auf unterschiedliche Weise versuchen, hinter das Geheimnis des ewigen Lebens zu kommen und dadurch den bevorstehenden Tod zu bezwingen.

Darren Aronofsky nutzt die Prämisse zu einer Reflexion über Sterblichkeit, den Umgang mit dem Tod und die philosophischen Fragen über die Zeit danach. Drei verschiedene Handlungsebenen, Zeiten und Daseinsformen hat er dabei ineinander verschachtelt und visuell ansprechend miteinander in Verbindung gesetzt.

Während der Inquisition schickt die spanische Königin (Rachel Weisz) ihren Konquistador (Hugh Jackman) zusammen mit einem Franziskanermönch und einer Armee in das Reich der Maya, wo sie den in der Bibel beschriebenen Baum des Lebens vermuten. Tommy (Jackman) ist Mediziner und sucht fieberhaft nach einer Möglichkeit, Krebs zu heilen, da seine über alles geliebte Frau Izzy (Weisz) an einem Gehirntumor im Endstadium leidet. Die Rettung scheint gefunden, als er in einem Tierversuch die erstaunlichen Heilfähigkeiten eines zentralamerikanischen Baumes entdeckt. In der dritten Erzählung schweben der Mann und die Frau in einer riesigen Glaskugel einem implodierenden Stern entgegen, in ihrer Mitte ein Jahrtausende alter Baum mit ungewöhnlichem Eigenleben.

Wie schon bei Stanley Kubricks Genreklassiker 2001: Odyssee im Weltraum werden sich auch bei The Fountain die Geister scheiden. Beide Filme versuchen, mit visueller Opulenz einerseits und mit spartanisch ausgestatteten Szenen andererseits Fragen zu bebildern, die die Menschheit seit Anbeginn beschäftigen: Was kommt nach dem Tod und wie kann man mit der unabänderlichen Tatsache seiner eigenen Sterblichkeit zu Recht kommen? Viele Zuschauer dürften von den philosophischen, esoterischen und theoretischen Betrachtungen verwirrt oder desinteressiert zurückgelassen werden.

Findet man allerdings einen Zugang zu den Figuren und ihren essenziellen Problemen, kann man sich von Aronofskys emotionaler Inszenierung auch ebenso gut gefangen nehmen lassen. Die Unendlichkeit oder das vermeintliche Jenseits zu bebildern, ohne auf die seit Kubrick etablierten Bilder zurückzugreifen, scheint heutzutage ohnehin kaum mehr möglich.

Darren Aronofsky schafft es jedenfalls, seine drei Handlungsebenen mit visuellem Einfallsreichtum miteinander in Einklang zu bringen. Darüber hinaus gelingt es dem Filmemacher, seinem aufnahmebereiten Publikum eine existenzialistische Erkenntnis mit auf den Weg zu geben, die Hoffnung macht und gleichermaßen zum Nachdenken anregt. FB

USA 2006. Regie und Buch: Darren Aronofsky. Mit: Hugh Jackman, Rachel Weisz, Ellen Burstyn, Mark Margolis, Alexander Bisping, Sean Patrick Thomas. Kinowelt. 96 Min. Ab 18. Januar 2007 im Kino.