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Der Fluch – The Grudge 2


Da man der zur Abschottung neigenden US-Mentalität offensichtlich keine unbekannten Schauspieler zumuten kann, dreht das weitgehend in Einfallslosigkeit erstarrte Hollywood ein Remake ausländischer Erfolgsfilme nach dem anderen.

Wenn es opportun erscheint, verpflichtet man schon mal die Regisseure des Originals oder lässt im Ursprungsland produzieren. Nach The Ring erlebt jetzt auch The Grudge seine zweite Hollywood-Fortsetzung.

Wie im ersten Teil ist es wieder eine in Tokio lebende US-Austauschschülerin, die den Spuk auslöst. Von ihren zwei Mitschülerinnen in jenem verfluchten Haus eingesperrt, in dem ein Mann einst Frau, Sohn und Katze ermordet hatte, ehe er sich erhängte, wird Allison von den Geistern des Kindes und seiner Mutter dazu auserkoren, das Grauen hinaus in die Welt zu tragen.

Parallel dazu werden zwei weitere Geschichten erzählt: die von Aubrey, die ihre (im ersten Teil) in die Psychiatrie eingelieferte Schwester in die kalifornische Heimat zurückholen soll; und die einer Patchwork-Familie aus Chicago, die nicht nur mit familiären Konflikten, sondern auch mit unheimlichen Nachbarn zu kämpfen hat. Als dann die miteinander verschachtelten Episoden abgearbeitet sind, wird uns mit dem Schlussbild ein dritter Teil angedroht. Diese „Bedrohung“ wirkt allerdings weitaus erschreckender als die zuvor durchgestandene Geisterbahnfahrt.

Abgesehen vom experimentellen Vorspann und einigen gelungenen Gruseleffekten, wie das Aufsteigen des Geistes aus dem Vexierbad im Fotolabor, ist alles voraussehbarer als in Grudge 1. Zudem wirken auch hier die amerikanischen Teenie-Darsteller wie Fremdkörper und bisweilen unfreiwillig komisch. Auch wenn Shimizu nicht sklavisch an seinem Original klebt, versäumt er dennoch, dem Genre neue Reize abzugewinnen und verharrt in handwerklicher Routine. RRH

USA 2006 (The Grudge 2) Regie: Takashi Shimizu. Buch: Stephen Susco. Mit: Sarah Michelle Gellar, Amber Tamblyn, Edison Chen, Arielle Kebbel, Jennifer Beals, Teresa Palmer, Matthew Knight. Constantin. 95 Min. Seit 9. November 2006 im Kino.