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Fleisch ist mein Gemüse


Heinz Strunks „Fleisch ist mein Gemüse“ avancierte vor einigen Jahren zum Klassiker der modernen Popliteratur. Die autobiografisch geprägte Coming-of-Age-Story in der nordischen Provinz glänzt durch Selbstironie und eine analytisch genaue Betrachtung der (west-) deutschen Kleinbürgerlichkeit.

Klar, dass sich Schrankwand und Schlager auch gut auf der Leinwand machen würden. Also adaptierte der Kinoneuling und Grimme-Preisträger Christian Görlitz gemeinsam mit dem Autor den Stoff fürs bewegte Bild.

Dabei bedienen sie sich eines etwas ungelenken erzählerischen Rahmens, in dem der Autor selbst als Jagdtrophäe von der Wand aus in Erinnerungen schwelgt. Die eigentliche Geschichte vom Mamasöhnchen Heinz, der eine triumphale Karriere im provinziellen Showbiz hinlegt, ist aber mit Newcomer Maxim Mehmet passend und mit Andreas Schmidt als nervigem „Bandleader“ schlicht kongenial besetzt.

Durch die Krankheitsgeschichte von Heinz’ Mutter erfährt die Handlung wiederum eine tragische Note, die jeden erschrecken wird, der leichte Unterhaltung sucht. Heinz Strunk erzählt pointiert direkt aus dem Leben, und das hat bei weitem nicht nur heitere Seiten zu bieten. Lars Tunçay

D 2008. Regie und Buch: Christian Görlitz. Buch: Heinz Strunk. Mit: Maxim Mehmet, Andreas Schmidt, Susanne Lothar, Susanne Bormann, Oliver Bröcker, Heinz Strunk, Jona Mues. Universal. 120 Min. Ab 17. April 2008 im Kino.

 

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