'Flamenco Mi Vida' ist jedoch kein Dokumentar-, sondern ein Musikfilm. Geschichtliche Hintergründe und Erklärungen zu den verschiedenen Traditionen werden weitestgehend außen vorgelassen. Stattdessen handelt es sich um eine lose Aneinanderreihung von Aufführungen, Proben, Tanzstunden sowie improvisierten Flamencoabenden, unterbrochen lediglich von kurzen Interviewschnipseln.
Es gibt weder Anfang noch Ende, nur Ausschnitte aus dem Leben des Flamencos. Die einzelnen Szenen werden mitunter übereinander geblendet, dazwischen Bilder von Pferden oder einem Stierkampf. Die Kamera wird manchmal unscharf, hält unruhig auf das Geschehen und bewegt sich fast unentwegt. Im Ambiente des Flamencos könnte dieser Film ein Liebhaberstück sein, da er sich nur auf die Quintessenz konzentriert und rein assoziativ vorgeht.
Leider muss man aber bereits ein Anhänger des Flamencos sein, um diese Begeisterung nachvollziehen zu können. Für einen Laien liefert der Filmbeitrag weder neue Informationen noch vermag er den Enthusiasmus der Aficionados zu transportieren, er schafft im Gegenteil eher noch Unverständnis. Auf die Frage, woher ihre Liebe für den Flamenco komme, antworten die meisten Befragten, der Flamenco sei ihr Leben, ihre Leidenschaft, sie sind eben Andalusier oder Zigeuner. Das lässt sich scheinbar nicht genauer erklären. Das mag die Eingeweihten zufrieden stellen, ist jedoch schade für alle anderen, die sich vielleicht mit diesem Film einen Zugang zur Welt des Flamencos versprochen haben. Diana Kapke D 2007. Regie, Kamera und Buch: Peter Sempel. Mit: Andrés Marin, Juan Carlos Lerida, Matilde Coral, Eva Yerbabuena, Soraya Clavijo. Deja vu. 92 Min. Ab 29. Mai im Kino.
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