Vorbei sind die Zeiten, in denen Banken mit Schweißgerät und Dynamit um ihr Bargeld gebracht wurden. Heutzutage braucht man vor allem eines: Zugangscodes!
Und die hat in diesem Film nur einer: der Sicherheitsexperte Jack Stanfield alias Harrison Ford. Der Inhalt ist rasch erzählt: Um Stanfield für den Raub von 100 Millionen Dollar missbrauchen zu können, kidnappen böse Gangster seine Familie und drohen mit der Exekutierung, falls er nicht kooperiert. Stanfield erkennt schnell, dass er keine Chance zum Widerstand hat, denn die Schergen sind verdammt gut vorbereitet. Erst, als er versteht, dass seine Familie auf jeden Fall dem Tode geweiht ist, wird er kreativ und dreht das Blatt um.
Harrison Ford beweist mit immerhin 63 Jahren, dass er noch im Action-Genre zu Hause ist. Offenbar empfiehlt sich da jemand für den lange geplanten vierten Einsatz als Indiana Jones. Mit Firewall hat Ford sich einen Film ausgesucht, der dem Blockbuster Air Force One irgendwie verdammt ähnlich ist.
Wieder ist es das Glück einer amerikanischen Vorbild-Familie, um das Ford als Vater fürchten muss. Und wieder gibt es einen brutalen, charismatischen Gegenspieler – damals dargestellt von Gary Oldman, diesmal ebenso überzeugend fies von Paul Bettany (Russell Crowes imaginärer Freund in A Beautiful Mind). Der Thrill findet nur eben nicht in der Luft, sondern auf der Datenautobahn statt.
Wer zwei Stunden lang anspruchsloses Kino auf hohem Niveau sehen möchte (und das war jetzt nicht zynisch gemeint), wird den Film mögen. Er ist rasant, kurzweilig und hat gute Darsteller zu bieten. Spannungskino nach typischem Hollywood-Strickmuster – also genau das, was wir seit 30 Jahren an Harrison Ford so lieben! HK USA 2006. Regie: Richard Loncraine. Buch: Joe Forte. Mit: Harrison Ford, Paul Bettany, Virginia Madsen, Mary Lynn Rajskub, Robert Patrick, Robert Forster, Alan Arkin, Nikolaj Coster-Waldau. 105 Min. Seit 30. März 2006 im Kino. |
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