
Salomon Sorowitsch ist als Jude im KZ gelandet. Doch die Nazis haben andere Pläne mit dem verurteilten Geldfälscher als mit den Millionen anderen Inhaftierten. Gemeinsam mit weiteren Druck- und Grafikexperten soll er für das Dritte Reich Blüten von Pfund- und Dollarnoten im Akkord herstellen.
Die Fälscher ist wieder mal ein im Dritten Reich angesiedelter Film, der allerdings das Leben hinter den KZ-Mauern Sachsenhausens auf eine ungewöhnlich andere Weise schildert. Die Gefangenen stehen hier nicht unmittelbar in der Warteschlange zur Gaskammer, denn die Nazis haben mit ihnen noch größere Pläne.
Auf die bestmögliche Weise sollen sie ihnen gefälschte englische und amerikanische Banknoten drucken, mit denen die Länder überschwemmt und damit in den wirtschaftlichen Ruin getrieben werden sollen. Diese weitere Facette des organisierten Verbrechens der Nazi-Diktatur ist bislang selten thematisiert worden, das Drehbuch basiert auf den autobiografischen Erinnerungen eines der zur Fälschung gezwungenen Gefangenen, Adolf Burger.
Ruzowitzkys Film stellt die vertrackte Situation der Zwangsgeldfälscher in den Mittelpunkt seiner Geschichte. Einerseits war ihnen ein Leben im „Goldenen Käfig“ vergönnt, denn sie bekamen genug zu essen, hatten weiche Betten und wurden kaum von den Wachen schikaniert. Andererseits war ihnen ständig bewusst, dass sie mit ihrem blinden Gehorsam den Sieg der Nazis förderten und der Schreckensherrschaft zusätzliche Vorteile verschafften. Deswegen waren sie bemüht, die Ergebnisse ihrer Arbeit möglichst lange zu sabotieren und sich so Zeit zu verschaffen.
Ruzowitzky zeigt anhand eines überzeugenden Figuren- und Darstellerensembles, wie diese Männer in moralische Zwickmühlen gerieten und wie sie sich auch angesichts dieser menschenfeindlichen Bedingungen dennoch ihre Würde und ihren Stolz bewahren konnten. TS
D/A 2006. Regie und Buch: Stefan Ruzowitzky. Mit: Karl Markovics, August Diehl, Devid Striesow, Martin Brambach, August Zirner, Veit Stübner, Sebastian Urzendowsky. Universum. 98 Min. Ab 22. März 2007 im Kino.
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