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Enzo Ferrari – Der Film


Eines ist ganz sicher: Bei diesem Film werden nicht nur Ferrari-Fans hyperventilieren, nein, alle Rennbegeisterten und Liebhaber schneller Autos aus vergangenen Zeiten werden begeistert sein.

Der italienische Regisseur Carlo Carlei setzt die Boliden aber auch perfekt in Szene. Mit rasanten Kamerafahrten, gewagten Schwenks und ungewöhnlichen Perspektiven inszeniert er den Rausch der Geschwindigkeit. Er folgt Enzo Ferrari in seiner ersten Seifenkiste, einem rot bemalten Ferrari aus Holz, über Rennen durch strohgepolsterte Kurven in den zwanziger Jahren bis zum großen Formel-1-Glamour der Siebziger, und jede Epoche wirkt dabei so wunderbar farbecht und detailgetreu als wären es echte Aufnahmen.

Nicht, dass jetzt ein falscher Eindruck entsteht: Für diesen Film muss man kein Autofreak sein, sein Hauptinteresse liegt auf dem Menschen Enzo Ferrari, also keine Angst, niemand muss sich durch endlose Filmausschnitte alter Rennen quälen.

Das könnte ganz unterhaltsam sein, leider konzentriert sich das Drehbuch nicht auf einzelne Episoden aus Ferraris Leben, sondern versucht, zu viele Begebenheiten darzustellen. So plätschern wichtige Lebensabschnitte wie der Tod seines Sohnes oder die Zerstörung der Ferrari-Fabrik im Zweiten Weltkrieg zu schnell vorbei, ohne Dramatik, weil zu kurz erzählt und nicht mit Spannung aufgebaut. Das würde zu einer Biografie im Fernsehen passen, wirkt aber auf der großen Leinwand zu nüchtern.

Aber abgesehen davon muss sich Enzo Ferrari – Der Film wirklich nicht verstecken. Voll italienischem Flair und großen Namen wie Tazio Nuvolari oder Gilles Villeneuve bringt der Film die aufregenden Zeiten wieder zurück ins Kino, als Rennen fahren noch tödlich war, aber dafür umso spannender. JvG

I 2003 (Ferrari) Regie und Buch: Carlo Carlei. Buch: Massimo De Rita, Mario Falcone. Mit: Sergio Castellitto, Ed Stoppard, Cristina Moglia, Jessica Brooks, Vincent Schiavelli, Francesca De Sapio, Pierfrancesco Favino, Sal Borgese. Globus. 114 Min. Ab 14. Dezember 2006 im Kino.