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Die drei Räuber


Da musste der Mann im vergangenen Jahr erstmal 75 Jahre alt werden und auf eine mittlerweile fast fünfzig Jahre umspannende Karriere zurückblicken, in der er über 100 Bücher veröffentlichte, bis zum ersten Mal eines von ihnen als abendfüllender Film den Weg auf die Leinwand schaffte!

Dabei bietet sich so manches der skurrilen und frech-subversiven Werke des Elsässers Tomi Ungerer geradezu an, zum Animationsfilm umgearbeitet zu werden.

1961 ist „Die drei Räuber“ erschienen und an sich nicht gerade eine besonders dicke Vorlage. Auch wenn man sich deswegen noch so manche Details einfallen lassen musste, um die kleine Geschichte auf Spielfilmlänge zu bringen, haben sich die Macher dennoch akribisch bemüht, dem Zeichenstil und den Intentionen Tomi Ungerers treu zu bleiben.

Die kleine Tiffany hat ihre Eltern verloren und soll nun ins Waisenhaus verbracht werden, wo eine wunderliche Tante ihr strenges Regiment führt und die armen Kleinen zur Maloche auf den Zuckerrübenfeldern verdonnert. Als Tiffanys Kutsche von den gesuchten drei Räubern überfallen wird, nimmt das Mädchen ihr Schicksal in die Hand und bietet sich der Bande als Geisel an. Der Alltag in der Räuberhöhle wird fortan nicht mehr der gleiche sein wie zuvor.

Mit viel Charme und Witz haben die Zeichner den Wald und die Höhlen mit allerlei niedlichem Getier bevölkert, das oftmals nur im Bildhintergrund auftaucht und für verschmitzte Lacher unter den Erwachsenen sorgt. Ansonsten ist der Film in der Tat eher etwas für die kleinen Kinozuschauer, die er mit seiner schnörkellosen Geschichte nicht überfordert und dank der witzigen Figuren auch gut zu unterhalten versteht.

Tomi Ungerer selbst hat den Part des Erzählers übernommen, um die zeitlose Story vom Guten im Menschen nun einer neuen Generation begreiflich zu machen. Ein netter Zeitvertreib. FB

D 2007. Regie und Buch: Hayo Freitag. Buch: Bettine von Borries, Achim von Borries. Sprecher: Joachim Król, Bela B. Felsenheimer, Charly Hübner, Elena Kreil, Katharina Thalbach, Tomi Ungerer, Erwin Leder. X-Verleih. 75 Min. Ab 18. Oktober 2007 im Kino.

 

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