Bill Condon hatte schon im Jahr 2002 sein Händchen mit ihm Spiel, als er mit der Filmadaption des erfolgreichen Broadway-Musicals „Chicago“ dieses Genre für die große Leinwand wieder salonfähig machte.
Damals flocht sein Drehbuch die Gesangseinlagen noch weitgehend unproblematisch in die Handlung ein, da diese in einem Nachtclub angesiedelt war und die Songs deswegen einfach als musikalische Intermezzi angesehen werden konnten.
Bei Dreamgirls, mit dem Condon nun auch in der Funktion des Regisseurs ein weiteres, seit Jahren erfolgreich laufendes Musical fürs Kino bearbeitete, geht er einen Schritt weiter. Zwar stehen mit dem weiblichen, schwarzen Gesangstrio „The Dreams“ hier auch Profisänger im Mittelpunkt, die häufig einfach bei ihren musikalischen Auftritten gezeigt werden. Trotzdem wagt Condon mehr, indem er seine Protagonisten in ihren Liedern ständig Bezug zur Handlung nehmen lässt und so mancher Song einfach auch mal aus einer Konversation heraus entsteht. Und das funktioniert viel besser, als die meisten Filmproduzenten jahrelang befürchteten.
In der deutschen Fassung geht man in den Gesangseinlagen zur untertitelten Originalfassung über, was ebenfalls als gelungen bezeichnet werden kann. Die größten Meriten des Films liegen eindeutig in seinen Showqualitäten, die die engagierte, aber dennoch etwas abgenudelte Geschichte von der bösen Musikindustrie überdecken. Neben den mitreißenden Songs, die eine Mischung aus R’n’B, Soul und Motown darstellen, äußern sich diese vor allem in einer opulenten Ausstattung, die den Kitsch und Pop der 60er und 70er Jahre wieder auferstehen lässt, in gleichermaßen faszinierenden Kostümen und in einer durchweg peppigen Choreografie. Diese Qualitäten werden sicherlich auch bei der Oscar-Verleihung zu Buche schlagen. FB
USA 2006. Regie und Buch: Bill Condon. Mit: Jamie Foxx, Beyoncé Knowles, Jennifer Hudson, Eddie Murphy, Danny Glover, Anika Noni Rose, Keith Robinson, John Lithgow. UIP. 131 Min. Ab 1. Februar 2007 im Kino.
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