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Dorian Blues


Coming-of-Age-Stories erfreuen sich schon seit etlichen Jahren steigender Beliebtheit. Es ist nahe liegend, dass in dieser Phase der Entscheidungsfindung im Leben eines jungen Menschen häufig auch die sexuelle Orientierung und damit verbundene Identitätsfragen in den Mittelpunkt rücken.

Deswegen kommt es nicht selten vor, dass Coming-of-Age-Stories auch zu Coming-Out-Stories werden, so z.B. unlängst in Populärmusik aus Vittula oder in C.R.A.Z.Y. – Verrücktes Leben.

Tennyson Bardwell erzählt in Dorian Blues ebenfalls vom Erwachsenwerden seines Protagonisten, wobei Dorian selbst als Ich-Erzähler durch die Ereignisse führt. Beginnend mit dem einschneidenden Erlebnis einer Beerdigung rollt Dorian die für seine Selbstfindung entscheidenden Momente seines noch jungen Lebens rückblickend chronologisch auf.

Nachdem er sich selbst seine Homosexualität eingestanden hat, folgen wir ihm auf seinen Stationen vom Psychotherapeuten, den ersten schwulen Annäherungen, den Aussprachen mit dem älteren Bruder, über das Coming Out bei den Eltern bis zum Verlassen des Elternhauses, um in New York ein eigenes Leben zu beginnen.

Viele dieser Episoden hat man so oder so ähnlich schon in anderen Filmen zur Thematik gesehen, die Originalität hält sich weitgehend in Grenzen. Aber dem Regisseur gelingt es dennoch, seinen Film stets in einer spannungsreichen Balance zwischen Drama und milder Charakterkomödie zu halten. Hinzu kommt ein durchweg interessantes Darstellerensemble, das mit seinen Ecken und Kanten für Abwechslung sorgt. Insbesondere Michael McMillian in der Titelrolle entspricht nicht dem in Hollywood üblichen Schönheitsideal für eine Filmhauptrolle, was den Identifikationsfaktor für ein jugendliches Publikum erhöht und Dorian Blues insgesamt eine erfrischende Note verleiht. FB

USA 2004. Regie und Buch: Tennyson Bardwell. Mit: Michael McMillian, Lea Coco, Steven Charles Fletcher, Mo Quigley, Austin Basis. Pro-Fun. 88 Min. Ab 28. September 2006 im Kino.