Ein Maler kehrt nach dem Tod seiner Eltern in das Haus seiner Kindheit zurück und beauftragt einen Gärtner mit der Gestaltung eines Gemüsegartens.
Der Auserwählte entpuppt sich als alter Kindheitsfreund und die beiden unterschiedlichen Männer erneuern im Laufe der Zeit ihre eingeschlafene Freundschaft.
Die Kurzzusammenfassung des unspektakulären Inhalts von Jean Beckers (Ein Sommer auf dem Lande) neuem Alterswerk lässt auf den ersten Blick nicht vermuten, was für eine sympathische, locker-leichte Freundschaftsgeschichte sich dahinter verbirgt. Der Titel Dialog mit meinem Gärtner ist dabei gleichzeitig Programm, denn das Geschehen konzentriert sich in der Tat hauptsächlich auf die Konversationen zwischen den beiden Freunden, die sich nach mehr als vier Jahrzehnten das erste Mal wieder begegnen.
Als Vorlage diente der Roman von Henri Cueco, dessen Dialogpassagen teilweise eins zu eins in die filmische Adaption hinübergerettet werden konnten. Und diese zeichnen sich vor allen Dingen durch ihren verspielten Witz, durch ihren poetischen Symbolismus und ihre unterschwelligen Weisheiten aus. In der Interpretation durch die französischen Topstars Daniel Auteuil (Malen oder Lieben) und Jean-Pierre Darroussin (Die Herzen der Männer) wird der Film schließlich zum intellektuellen und emotionalen Vergnügen für Liebhaber französischer Filmkunst.
Interessanterweise bleiben die beiden Hauptfiguren über die gesamte Spielzeit hinweg namenlos, im Scherz titulieren sie sich schließlich gegenseitig als „Herr von Garten“ und „Herr von Pinsel“, Spitznamen, die danach auch von den wenigen Eindringlingen in die idyllische Zweisamkeit aufgegriffen werden, wie der scheidungswilligen Frau des Malers, seiner heiratswilligen Tochter oder der langjährigen Gattin des Gärtners, die dieser selbst immer nur als „die Frau“ bezeichnet, also noch nicht einmal mit einem Possessivpronomen belegt.
Durch die Anwesenheit des Gärtners und seiner vergleichsweise simplen Lebensphilosophie besinnt sich der Maler wieder auf die wirklich wichtigen Dinge, bringt sein verkorkstes Leben in Ordnung und ist seinerseits auch dem Vertreter der Arbeiterklasse eine freundschaftliche Hilfe. Unterschwellig transportiert Jean Becker deswegen nicht nur eine bewegende Freundschafts-, sondern auch eine geglückte traditionelle Läuterungsgeschichte. TS F 2007 (Dialogue avec mon jardinier) Regie und Buch: Jean Becker. Buch: Jean Cosmos, Jacques Monnet. Mit: Daniel Auteuil, Jean-Pierre Darroussin, Fanny Cottençon, Alexia Barlier, Hiam Abbass, Elodie Navarre. Arsenal. 109 Min. Ab 20. Dezember 2007 im Kino.
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