
Schon einmal im Jahre 1980 hatte der Regisseur Robert van Ackeren (Die flambierte Frau) Teile seiner umfassenden Super-8-Privatfilmsammlung in Form eines Kompilationsstreifens unter dem Titel Deutschland privat im Kino ausgewertet.
Der lang anhaltende Erfolg des Projekts und die endgültige Einstellung der Produktion von Super-8-Material durch die Firma Kodak haben ihn nun zu einer weiteren Hommage des originären Amateurfilms in Form dieser Collage animiert.
Die Originalaufnahmen, deren Entstehungszeit bis in die 60er Jahre zurückreicht, sind in der Regel mit den Originalkommentaren ihrer Macher in der unmittelbaren Nachvertonung der an sich stummen Werke versehen. Im Schneide- und Mischraum haben van Ackeren und seine Mitarbeiterin Catharina Zwerenz das Ganze dann mit einer jeweils passenden Musik und zusätzlichen Geräuschen unterlegt.
Das Ergebnis reicht von liebenswert naiv über unfreiwillig komisch bis hin zur Peinlichkeit in ihrer reinsten Form. Der Mitschnitt eines Berlin-Besuchs von Prinzessin Diana gerät aus der hinteren Reihe eher zum Suchspiel, dubiose Dorffeste spiegeln die Unverfrorenheit von einst wider und ein minimalistisches Remake von Antonionis Blow Up zeugt von der Verspieltheit seines Schöpfers.
Wie ein roter Faden zieht sich die Inszenierung des Sexuellen durch die Heimfilme, weswegen van Ackeren das letzte Drittel komplett unter das Motto „Sex“ stellt. In diesen Segmenten fehlt zumeist die nachträgliche Kommentierung, was die immer gleichen Aneinanderreihungen von nackten Brüsten und Kopulationsszenen im Stil pornografischer Varianten der Schulmädchen-Reports und Lederhosenfilme der 70er Jahre auf Dauer schwer erträglich macht.
Eine insgesamt zwar durchaus lohnenswerte Ausgrabung, die am Stück genossen aber Ermüdungserscheinungen und Fassungslosigkeit hervorruft. FB
D 2007. Konzept, Realisation und Produktion: Robert van Ackeren. Realisation und Supervision: Catharina Zwerenz. Kinowelt. 84 Min. Ab 21. Juni 2007 im Kino.
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