Der neueste Film von Wes Anderson folgt dem verschlängelten Weg dreier Brüder durch Indien, teilweise an Bord eines Zuges, dessen Namen hier zum Filmtitel wurde.
Seit dem Tod ihres Vaters vor einem Jahr haben sich die Brüder entfremdet, und die Reise soll sie wieder zusammen und ihnen spirituelle Erleuchtung bringen.
Wie schon Die Royal Tenenbaums ist auch dieser Film eine schrullige, eigensinnige Studie einer disfunktionalen Familie. Owen Wilson spielt Francis, einen Kontrollfreak voller Blessuren aufgrund eines Motorradunfalls, den er nur knapp überlebte; Adrien Brodys Peter unternimmt die Reise, ohne seiner schwangeren Frau zu erzählen, wohin er fährt; und Jason Schwartzmans Jack sinniert über seine Freundin, die ihn schlecht behandelt. In einem kuriosen Prolog werden Jack und seine namenlose Freundin in einem zehnminütigen Kurzfilm mit dem Titel Hotel Chevalier eingeführt, der nur lose mit dem nachfolgenden Film zusammenhängt.
Der Humor, der sich in erster Linie aus dem Konsum ungeregelter indischer Arzneimittel und aus dem schlecht beratenen Kauf einer Giftschlange speist, funktioniert über die gesamte Spielzeit hinweg und macht die seltsamen Figuren dem Publikum sympathisch.
Die vielen indischen Sehenswürdigkeiten und deren kostbare Traditionen werden fast selbst zu Protagonisten. Bill Murray und Anjelica Huston haben denkwürdige Cameo-Auftritte. Deswegen macht es eigentlich gar nichts aus, dass der Film, genau wie die drei Brüder, die er porträtiert, keinen klar vorgegebenen Weg verfolgt. In diesem Fall ist der Weg besser als das Ziel. LD
USA 2007 (The Darjeeling Limited) Regie und Buch: Wes Anderson. Buch: Roman Coppola, Jason Schwartzman. Mit: Owen Wilson, Adrien Brody, Jason Schwartzman, Natalie Portman. Fox. 91 Min. Ab 3. Januar 2008 im Kino.
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